Nutzung des Bahnhofsgebäudes Neubeckum unklar

Mit Wirkung vom 30.08.2017 wurde der neue Zugang zu en Bahnsteigen im Bahnhof Neubeckum offiziell freigegeben. Damit konnte die Anfang 2015 begonnene Sanierung der Verkehrsstation im Rahmen der Modernisierungsoffensive 2 (MOF 2) abgeschlossen werden. Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt:
• Modernisierung der Mittelbahnsteige an den Gleisen 5/6 und 7/8 sowie des Zwischenbahnsteigs an Gleis 2 auf einer Länge von 220 Metern und einer Höhe von 76 Zentimetern für einen barrierefreien Ein- und Ausstieg,
• Neubau einer Personenunterführung (PU),
• Neubau von 3 Treppenanlagen als Zuwegung in die neue PU,
• Neubau von 3 Aufzügen als barrierefreie Verbindung in die neue PU und auf den Bahnsteig,
• Errichtung einer Videoüberwachung für die neuen Aufzüge,
• Verfüllung der alten Personenunterführung und der Treppenzugänge,
• Modernisierung der Bahnsteigdächer an den Gleisen 5/6 und 7/8,
• Modernisierung der Bahnsteigausstattung (mit Wetterschutz, Vitrinen, Sitzmöglichkeiten, Abfallbehälter usw.),
• Neubau des Wegeleitsystems und
• Neubau der Beleuchtung.

Insgesamt 6,5 Mio. Euro investierten die DB Station und Service AG und das Land Nordrhein-Westfalen in die sanierte Verkehrsstation, deren Name zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 von "Neubeckum" in "Beckum-Neubeckum" umgewandelt wurde.

Das Bahnhofsgebäude - hier befand sich bis zuletzt (bis 2013) nur noch ein Kiosk in der ansonsten leerstehenden Bahnhofshalle - wurde geschlossen und entwidmet. Der verschmutzte und unansehnliche große Personentunnel einschließlich der Treppenanlagen aus dem Empfangegäude zu den Bahnsteigen wurde verfüllt.

Die Stadt Beckum erwarb das Bahnhofsgebäude von der Deutschen Bahn und veräußert es zur Sanierung und Vermarktung weiter an den Investor Aedificia Infrastruktur und Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH aus Frankfurt am Main. Ein entsprechender Kaufvertrag zwischen Stadt und Investor wurde Ende Dezember 2016 paraphiert. Bei der Firma Aedificia handelt es sich um ein Vertriebs-, Beratungs- und Projektentwicklungsunternehmen im Sonderimmobilienbereich, das Bahnhofsgebäude mit vorhandenem Eigenkapital erwirbt mit dem Ziel, diese zu entwickeln, zu sanieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Betreut werden nach Firmenabgaben bundesweit über 20 Bahnhofsgebäude. Für Neubeckum war vorgesehen, das Bahnhofsgebäude zunächst planerisch komplett zu entkernen und anschließend erste Planungen zu den Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes aufzulegen. Diese sollten dem eigentlichen Sinn des Bahnhofsgebäudes, das Eingangstor zur Stadt zu bilden, gerecht werden. Leider gelang dies nicht, so dass die Stadt Beckum das Gebäude 2019 zurückkaufte. Anschließend wurde eine Machbarkeitsstudie mit einem vorgelagerten Baugutachten in Auftrag gegeben. Nach Vorlage des Gutachtens soll entschieden werden, wie eine Nutzung des Gebäudes aussehen könnte. Aktuell befindet sich das Gebäude aufgrund von Vandalismusschäden und Wassereinbruch in einem sehr schlechten baulichen Zustand.

 

 

 

 

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