Neubau Empfangsgebäude Münster Hauptbahnhof eröffnet

>> Impressionen von der Eröffnungsfeier - 24. Juni 2017

>> Bilderbogen vom Tag vor der Eröffnung - 23. Juni 2017

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand 2. Juni 2017

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Mai 2017

>> Bilderbogen vom Presserundgang über die Baustelle 28.03.2017

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand März 2017

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Dezember 2016

>> Bilderbogen vom Presserundgang über die Baustelle 18.11.2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand November 2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Oktober 2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Juli - September 2016

>> Bilderbogen vom Richtfest am 09.07.2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Ende Juni 2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Mai/Juni 2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand April/Mai 2016

>> Bilderbogen vom Presserundgang über die Baustelle 30.03.2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand März 2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Februar 2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Januar 2016

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Dezember 2015

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand November 2015

>> Bild Freilegung eines Verdachtsfalles

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand September 2015

>> Bilderbogen von den Bauarbeiten Stand Mitte August 2015

>> Bilderbogen von der Grundsteinlegung am 30.04.2015

Das Empfangsgebäude Münster Hauptbahnhof an der Westseite wurde am 24.06.2017 feierlich eröffnet. An der Eröffnungsfeier nahmen Dr. André Zeug, Vorsitzender des Vorstands DB Station&Service AG, Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für NRW und Michael Jansen, Leiter Bahnhofsmanagement Münster teil. Als Besonderheit wurde das Gebäude von Dr. Felix Genn, Bischof des Bistums Münster, in einem feierlichen Akt unter Gottes Segen gestellt.

Erstmals seit dem 2. Weltkrieg wurde ein Empfangsgebäude nahezu gänzlich abgerissen und an gleicher Stelle wiederaufgebaut. Das neue Gebäude integriert einen bestehenden Altbauteil aus den 1950er Jahren und erschließt alle Gebäudeteile über eine große Mittelhalle. Diese bildet das Herzstück mit durchaus beeindruckenden Dimensionen: Mit einer Länge von rund 150 Metern und einer Höhe von 13 Metern auf drei Etagen bietet die Empfangshalle mehr als 8.000 qm Fläche für ein breites Service- und Einkaufsangebot sowie für Büro- und Verwaltungsflächen. Das neue Glasdach sorgt mit einer beachtlichen Länge von über 90 Metern für eine helle Atmosphäre im Inneren. Belüftet wird der Bau über Klappen im großen Oberlicht. Das Dach ist als Gründach ausgelegt und mit pflegeleichten Pflanzen bepflanzt, die von Regenwasser leben und nur wenig zurückgeschnitten werden müssen. Die grüne Schicht soll eine wärmedämmende Wirkung haben.

Haupt- und Nebeneingang sind über eine geschwungene Stahl-Glasfassade und die dadurch freigestellten Stützenordnungen deutlich erkennbar. Das 108 m lange Vordach des Gebäudes fasst die Fassadenelemente zusammen und bildet eine einladende Geste zur Stadtseite. Als Kontrast zur gemauerten Lochfassade des Bestandsgebäudes und der umliegenden Bebauung setzt der Neubau in seiner Erscheinung konsequent auf Modernität.

Täglich rund 68.000 Reisende und Besucher machen den Hauptbahnhof in Münster zu einem der zehn größten Stationen in Nordrhein-Westfalen. Die Investitionen für den Um- und Neubau lagen inklusive der schon in 2013 modernisierten Bahnsteige und der Personenunterführung bei rund 76 Millionen Euro.

Zahlen, Daten und Fakten:

1. Neubau des Empfangsgebäudes:
• verbauter Beton: 8204 Kubikmeter (cm³)
• Baustahl: 900 Tonnen
• Glasfassaden aussen: 1950 m²
• Glasfassaden innen: 2240 m²
• Lichtdach: 360 m²

2. Modernisierung der Verkehrsstation (2013):
• 16.550 Quadratmeter Bahnsteigpflaster erneuert
• 2100 Meter Bahnsteigkanten neu gesetzt
• 10.000 Quadratmeter Dächer saniert.
• Personentunnel wurde auf ganzer Länge von 5,60 auf zehn Meter verbreitert
• 12.000 Kubikmeter Erde bewegt
• sowie sieben Gleisbrücken und vier Bahnsteigbrücken neu gebaut

Folgende Unternehmen haben Verkaufsflächen im Hauptbahnhof angemietet: Yorma´s (Verkehrsgastronomie und Kleinstsupermarkt), Bäckerei Krimphove mit Café, McDonald´s (Systemgastronomie), Kentucky Fried Chicken/KFC (Systemgastronomie), REWE (Rewe-to-go-Supermarkt), Le Crobag GmbH & Co. KG (Systemgastronomie), backWerk GmbH (Backwaren), Bröker Otmar Gastronomie GmbH (Systemgastronomie), asiahung (asiatischer Imbiss), Fish & Rail (Fischimbiss), Starbucks (Systemgastronomie), Brezelbäckerei Ditsch (Backwaren), Blume2000 (Blumen), Apotheke (Felix-Apotheke) sowie die Bahnhofsbuchhandlung P&B (zwei Standorte). Zwei Ladenlokale sind noch nicht vermietet.
Erfreulich ist, dass mit den Firmen Krimphove und Bröker zwei lokale Unternehmen in das Empfangsgebäude eingezogen bzw. zurückgekehrt sind.
Die DB-Einrichtungen (DB-Reisezentrum, Information, Fundsachenstelle) konzentrieren sich zur besseren Kundenorientierung an einer Stelle im südlichen Gebäudeteil. Auch digitale Schließfächer, die Reisende auch bargeldlos reservieren können, befinden sich in diesem Bereich.
Erstmals in NRW werden in Münster sogenannte digitale Vitrinen getestet, die die üblichen Aushänge am Bahnhof zunächst ergänzen und langfristig ersetzen könnten. In der Haupthalle werden die Fahrgäste über zwei große elektronische Anzeigetafeln über den Zugverkehr (zum Durchgang zu den Bahnsteigen hin) und den Busverkehr (zum Berliner Platz hin) informiert.
Im Bereich der Nordhalle befindet sich eine moderne von der Firma Sanifair WC betriebene Toilettenanlage.
Auf dem Dach des Gebäudes befindet sich der weithin sichtbare und beleuchtbare Schriftzug "Münster (Westf) Hauptbahnhof" einschließlich eines DB-Logos. Im Bereich der Glasfront zum Berliner Platz hin ist eine große Bahnhofsuhr installiert.
Nach Empfangebäude ist rund um die Uhr geöffnet.

Neubau Empfangsgebäude Münster Hauptbahnhof - Rückblick
Die Deutsche Bahn AG und die Stadt Münster unterzeichneten am 14.03.2014 in Münster einen städtebaulichen Vertrag zum Neubau des Empfangsgebäudes Münster Hauptbahnhof. Im Herbst 2014 begannen die vorbereitenden Baumaßnahmen für das neue Gebäude.
Bauherr des neuen Empfangsgebäudes ist die DB Station&Service AG. Für das Umfeld des Bahnhofes, insbesondere die Vorplätze, ist die Stadt Münster verantwortlich. Die Entwürfe dazu wurden dem Rat im September 2013 vorgestellt. Ungewöhnlich, aber erfreulich: Die Stadt Münster beteiligte sich mit fünf Millionen Euro am Neubauprojekt. 

Für das Empfangsgebäude auf der Westseite hatte die Deutsche Bahn im Dezember 2013 beim Eisenbahn-Bundesamt einen Antrag auf Plangenehmigung gestellt, dem Anfang Juni 2014 stattgegeben wurde. Unterdessen wurden seitens der DB Station & Service AG sämtlichen Mietern im alten Empfangsgebäude zum 30.06.2014 gekündigt. Der Bauauftrag wurde durch die DB Station & Service AG im Amtsblatt der Europäischen Union mit Datum vom 01.03.2014 ausgeschrieben. Die Ausschreibung umfasste das Aufstellen von Provisorien für die Reisendenversorgung während der Bauphase, die Errichtung von Baustelleneinrichtungen (Reisendenführung etc.), den Rückbau des alten Empfangsgebäudes mit Ausnahme des südlichen, L-förmigen Gebäudeteils (Kernsanierung) sowie den Neubau eines 3-geschossigen Empfangsgebäudes inkl. Tiefbau und Rohbau sowie technischer Ausbau.

Die Räumung der Mietflächen im alten Empfangsgebäude im Bereich nördlich der Eingangshalle erfolgte im Sommer 2014. Ab Oktober 2014 begannen die Arbeiten für die Baustelleneinrichtung und die Übergangslösungen. Das DB-Reisezentrum in der Haupthalle wurde zum 14.01.2015 geschlossen und am Folgetag in den Containern an der Ostseite als vorübergehendes Ausweichquartier neu eröffnet. Hier wurden acht Bedienplätze eingerichtet und damit ebenso viele wie zvor. Auch das DB-Reisebüro befand sich dort, ebenso die DB-Information mit zwei Auskunftsplätzen. Darüber hinaus waren im "Containerdorf" Filialen der Bäckerei Krimphove, der Brezelbäckerei Ditsch und des Imbisses Bröker Otmar sowie die Bahnhofsbuchhandlung zu finden. Komplettiert wurde das dortige Angebot durch Kundentoiletten und einen Container mit 84 Schließfächern.

Der "Wandelgang" im alten Empfangsgebäude zwischen Eingangshalle Süd und Nord und der Westausgang (zur Innenstadt hin) des Nordtunnels wurde zum 01.12.2014 gesperrt (der Nordtunnel konnte von der Ostseite her weiterhin als Zugang zu den Bahnsteigen genutzt werden), der westliche Bahnhofszugang (Haupteingang) über den Südtunnel blieb bis zum 15.01.2015 geöffnet. Mit dem Rückbau wurde im Oktober 2014 begonnen, hierfür wurde zunächst die erforderliche Schadstoffsanierung / Entkernung in den leerstehenden Gebäudeteilen durchgeführt. Am 08.12.2014 begannen die Abrissarbeiten im Bereich der früheren Gaststätten "Cascade" und "Fundus" zwischen West- und Hauptausgang. Bereits seit Spätsommer 2014 war das direkt an das Bahnhofsgebäude angrenzende Gleis 1 betrieblich gesperrt.
Bedingt durch die Abrissarbeiten war seit dem 15.01.2015, 20.30 Uhr, der direkte Zugang von der Westseite (Berliner Platz) her nicht mehr möglich. Der Zugangsverkehr zum Hauptbahnhof und den Gleisen wurde seit diesem Zeitpunkt über den Hamburger Tunnel und die Wolbecker Straße abgewickelt, da die einzigen Zugänge zu den Gleisen nur über die beiden Eingänge an der Ostseite (Bremer Platz) erfolgen konnten. Das Bahnhofsmanagement zog bereits Ende 2014 vorübergehend von der Bahnhofsseite auf die gegenüberliegende Seite des Berliner Platzes (Berliner Platz 8-10, ehemalige Räumlichkeiten des Ordnungsamtes der Stadt Münster) um.
Anfang Januar 2015 wurde die große Anzeigetafel mit Angaben der Zugabfahrten, Gleise und Fahrgasthinweisen in der Haupthalle demontiert; gleichzeitig wurde im Südtunnel im Bereich der Gleise 14/17 eine neue Anzeigetafel angebracht.

Um den Zugang zum Hauptbahnhof und den Gleisen zu erleichtern wurde der Hamburger Tunnel während der Bauarbeiten für den Kfz-Verkehr komplett gesperrt. Der Tunnel, seit dem 19.12.2014 ausschließlich für Fußgänger und Fahrradfahrer freigegeben, erhielt aus diesem Anlass eine neue Beleuchtung sowie einen neuen Bodenbelag. Der Kfz-Verkehr wird über die Wolbecker Straße bzw. die Bremer Straße und den Hansaring geleitet.

Die große alte Haupthalle wurde bis zum 27.02.2015 komplett abgerissen. Die Grundsteinlegung für das neue Gebäude erfolgte am 30.04.2015. Über mehrere Monate bestand 2015 ein Kampfmittel-Verdachtsmoment im Bereich des geplanten Kellergeschosses des neuen Gebäudes direkt vor der Stützwand der Gleise 1 und 2. Aufgrund der schwierigen örtlichen Bedingungen und der Komplexität der vorbereitenden Maßnahmen wurde der Bereich des Verdachtsmomentes im Juni 2015 nochmals in einem sehr engmaschigen Raster sondiert, um den exakten Standort des Verdachtsmomentes zu überprüfen und das Umfeld zu untersuchen für die Freigabe zum Einbringen der Stütz- Bohrpfähle. Das Verdachtsmoment wurde in einer Tiefe von ca. 4 Metern unterhalb der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Arbeitsebene ausgemacht.
Für die Untersuchung des Verdachtsmomentes und gegebenenfalls Bergung des möglichen Blindgängers musste in diesem Bereich eine Grube bis in ca. 6 Meter Tiefe unterhalb der Arbeitsebene ausgehoben werden. Dadurch wurde in diesem Bereich das Fundament der Stützwand zum Gleis 1 und 2 freigelegt. Zur Abfangung der Stützwand wurden neun Bohrpfähle gesetzt und mit Kopfbalken aus Beton verbunden. Danach wurde die Wasserhaltung für die Baugrube Keller installiert und in Betrieb genommen. Das Ausheben der Grube und das Freilegen des möglichen Blindgängers erfolgte durch eine vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg beauftragte Spezialfirma.
Am 26.10.2015 konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst schließlich feststellen, dass der Verdacht zwar zunächst begründet, in der Folge dann aber ausgeschlossen werden konnte. Letztendlich hatte bei der Ortung nicht der Metallmantel einer Bombe, sondern ein Metallrohr aus einem alten Fundament den Verdacht ausgelöst.

Richtfest konnte in Anwesenheit von Markus Lewe (Oberbürgermeister Münster), Hartwig Schultheiß (Stadtdirektor Münster), Michael Jansen (Bahnhofsmanager Münster DB Station & Service AG) sowie Sonja Hempel (Projektleiterin Deutsche Bahn AG) am 09.07.2016 gefeiert werden.
Nach vollständigem Rückbau der Gerüste auf der gleisseitigen Rückseite des Empfangsgebäudes wurde das gesperrte Gleis 1 zum Fahrplanwechsel am 11.12.2016 wieder in Betrieb genommen. Bis Ende März 2017 wurden auch die Außengerüste auf der Westseite weitgehend zurückgebaut.

>>Bilderbogen Empfangsgebäude (alt) Münster Hauptbahnhof (2013-2015)

>> Informationen zur Bebauung der Ostseite Münster Hauptbahnhof

 






 

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