Baumaßnahme Ostseite Münster Hauptbahnhof - Baugenehmigung für das "Hansator" liegt vor

Für die geplante Bebauung und Attraktivierung der Ostseite des Hauptbahnhofs Münster wurde seitens der Stadt Münster und der DB AG ein Interessensbekundungs-Verfahren unter Beteiligung der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft des Landes NRW eingeleitet und dieses Anfang Oktober 2014 auf der Internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen EXPO REAL in München vorgestellt. Am 13.05.2015 entschied eine Empfehlungskommission über die Auswahl für die vertiefende Bearbeitungsphase. Neun Investoren und Architekten hatten in der ersten Etappe des Verfahrens (Dezember 2014 bis März 2015) ihre Entwürfe eingereicht. Trotz der sehr komplexen Aufgabenstellung konnten alle neun Entwürfe mit Qualität und Ausarbeitungstiefe überzeugen. Das Entscheidungsgremium unter Vorsitz von Stadtplaner und Architekt Prof. Franz Pesch setzte sich zusammen aus Vertretern von Verwaltung, Deutscher Bahn AG, Politik und externen Architekten.
Am 02.11.2015 schließlich entschied sich das Entscheidungsgremium unter Abwägung der Nutzungskonzeptionen, der städtebaulichen Qualitäten und der Kaufpreisangebote deutlich zugunsten der Immobilien- und Projektentwicklungsgesellschaft Landmarken AG (Aachen).
Der gemeinsame Entwurf mit dem Büro KadaWittfeld Architekten, ebenfalls aus Aachen, überzeugte besonders durch seine einladende Architektursprache und Integration der neuen Baukörper in den städtischen Raum, durch die Umsetzung von Aufenthaltsqualität und Verkehrsführung sowie durch neue Nutzungsangebote für Bürger und Bahnkunden.

Am 16.06.2016 stellte die Landmarken AG ihre Entwürfe im Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr der Stadt Münster erstmals öffentlich vor: Danach soll sich das neue Bahnhofsentree auf der Ostseite durch Funktionalität und architektonischen Anspruch auszeichnen und eine Klammer mit dem Neubau des Empfangsgebäudes auf der Westseite bilden. Die Ostseite soll sich künftig als „zweite Vorderseite" des Hauptbahnhofs verstehen: Mit einem Neubau und dem neugestalteten Vorplatz erhält auch sie einen repräsentativen Charakter. Davon profitieren künftig nicht nur die Bahnreisenden: Die Verbindung zwischen Hansaviertel und Stadtzentrum soll - unter Einbeziehung des (städtischen) Bremer Platzes - noch attraktiver und sicherer werden.
Im Erdgeschoss des Neubaus ist eine Fahrradstation mit rund 2.100 öffentlichen Stellplätzen im nördlichen Teil vorgesehen, die sich über rund 2.000 qm auf mehreren Ebenen in Erdgeschoss und Untergeschoss erstrecken wird. Die Verglasung der Erdgeschossbereiche ermöglicht einen Einblick in das Geschehen der Radstation und bringt gleichzeitig Tageslicht in die Station.
Der Entwurf der Landmarken AG legt Wert auf flexible Gebäude, die für verschiedene Nutzungen verwendbar sind und auf sich veränderndes Nutzerverhalten reagieren können. Das Konzept für den Neubau, der rund 28.000 qm Mietflächen bietet, zielt auf die harmonische Einbindung in die vorhandenen Strukturen ab. Das Erdgeschoss übernimmt zentrale Funktionen: Es bietet u.a. die Zugänge zu den Bahnsteigen, zur Fahrradstation, zu den Haltestellen für Fernreisebusse und PKWs sowie Platz für den Wertstoffhof der Bahn und Platz für Technikflächen. Zusätzlich wird Raum für bahnaffine Gewerbeflächen und Handel geschaffen. Im flexiblen Nutzungskonzept sind drei Hauptfunktionen vorgesehen: Hotel (siehe unten), Büroflächen und Wohnungen. Vorgesehen ist die Errichtung einer zweigeschossigen Markthalle und eines Supermarktes.
Im Bereich des künftigen Bahnhofsvorplatzes Ost sind 10 Taxiaufstellplätze, eine Kiss & Ride Vorfahrt, mindestens 20 ebenerdige Kurzzeitstellplätze, mindestens 15 ebenerdige Stellplätze für motorisierte Zweiradfahrer, rund 400 unbewirtschaftete Fahrradstellplätze sowie Stellplätze für Reisebusse/Schienenersatzverkehr geplant.

Den Grundstückskaufvertrag für die Ostseite unterzeichneten die Deutsche Bahn AG, die Stadt Münster und der Projektentwickler Landmarken AG am 25.04.2017 in Münster, nachdem der Rat der Stadt Münster im März 2017 dem Konzept des Projektentwicklers und dem Abschluss des Kaufvertrages zugestimmt hatte. Begonnen wurde mit den Arbeiten zur Freimachung des Baufeldes im Frühjahr 2018. Damit verbunden ist die Schließung der Zugänge vom/zum Haupttunnel (Südtunnel) bzw. Nordtunnel in/aus Richtung Osten. Die Bahnsteige und Einrichtungen im Hauptbahnhof sind bis auf Weiteres nur über die Westseite zu erreichen (erreichbar über Hamburger Tunnel bzw. Wolbecker Straße).

Die Baugenehmigung haben die Projektentwickler am 19.09.2018 erhalten, das Eisenbahn-Bundesamt hat die Freistellung der ehemaligen Bahnfläche ebenfalls bestätigt. Der erste Spatenstich für das "Hansator", so der offizielle Name für das neue Bauprojekt, ist für Ende Oktober/Anfang November 2018 geplant, die Baugrube könnte dann im ersten Quartal 2019 fertig sein. Die Eröffnung des "Hanstors" ist für Sommer 2021 vorgesehen.

Bei der Vermarktung wurde bereits ein erster Schwerpunkt gesetzt: Mit der Hotelkette prizeotel steht der erste Mieter fest. Der Mietvertrag für das künftige prizeotel "Münster-City", ein Economy-Design-Hotel (2 Sterne Superior) mit 195 Zimmern für preisbewusste Kunden, wurde am 26.07.2017 mit der Landmarken AG unterschrieben. Bislang ist die Hotelkette mit Standorten in Hannover, Hamburg und Bremen vertreten. Weitere Eröffnungen sind für 2019 in Bern, Erfurt und am Fughafen München geplant. Realisiert wird das Hotelprojekt im Rahmen eines Joint-Venture zwischen der Rezidor Hotel Group - bekannt für Marken wie Radisson Blu oder Park Inn by Radisson - und der Hotelgruppe prizeotel. Wie alle bisherigen prizeotels wird auch das prizeotel Münster-City vom New Yorker Star-Designer Karim Rashid entworfen.

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