Buchrezension "Die Eisenbahn zwischen Ruhrgebiet und Münsterland", Sutton-Verlag GmbH 2018

Manfred Diekenbrock, Daniel Michalsky: Die Eisenbahn zwischen Ruhrgebiet und Münsterland
Oberhausen-Dorsten-Coesfeld-Rheine
128 Seiten, ca. 160 Abbildungen, 17 x 24,0 cm, Hardcover
ISBN-13: 978-3-95400-938-1, 19,99 Euro


Die 1879 eröffnete Strecke zwischen Oberhausen und Rheine war einst Teil einer bedeutenden Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der Nordsee. Heute verkehren Reisezüge nur noch im Abschnitt zwischen Oberhausen und Lutum bei Coesfeld - und selbst in diesem Abschnitt ist ein mehrmaliges Umsteigen erforderlich. Zwischen Lutum und Rheine wurde die Strecke nach der Einstellung des Reisezugverkehrs 1984 später zurückgebaut und kann heute als RadBahn Münsterland mit dem Fahrrad befahren werden. Der einst starke Güterverkehr ist auf ein Minimum reduziert.
Die beiden Autoren Diekenbrock und Michalsky dokumentieren in dem Buch den Streckenabschnitt zwischen Oberhausen und Rheine in mehreren Kapiteln. Neben einer Streckenbeschreibung wird auf die eingesetzten Fahrzeuge eingenangen, ebenso in kompakter Weise auf die Betriebswerke entlang der Strecke (neben den bekannten Werken in Oberhausen, Osterfeld Süd, Coesfeld und Rheine auch auf das Betriebswerk der RAG in Gladbeck und das erst 2006 gebaute Werk der Nordwestbahn in Dorsten). Weitere Kapitel sind u.a. dem Betrieb mit Museumszügen auf der Strecke, dem Regionale-Projekt "BahnLandLust" und dem geplanten Bürgerbahnhof in Dorsten gewidmet. Gleispläne finden sich im Buch leider nicht.
Die beiden Autoren Diekenbrock und Michalsky sind in einem Eisenbahnverein in Dorsten aktiv und so liegt der Schwerpunkt des Buches auch mehr auf dem südlichen Abschnitt der Strecke rund um Dorsten. Bei den rund 160 Aufnahmen, die den Bahnverkehr zwischen Oberhausen, Dorsten, Coesfeld und Rheine dokumentieren, gefallen die historischen Aufnahmen aus dem Stadtarchiv Dorsten (Stellwerk Kirchhellen aus den 1920er Jahren oder Empfangsgebäude Lembeck von 1905) sowie besonders die Bilder des Fotografen Werner Häseler hauptsächlich aus den 1960er Jahren aus dem Bereich Dorsten, wenngleich hier in den Bildtexten bisweilen Angaben zum Aufnahmezeitpunkt fehlen. Leider deutlich weniger überzeugen die aktuellen Aufnahmen: Unschärfen, Züge im Schatten, "Nachschüsse", zu knappe Bildausschnitte, abgeschnittene Masten im Bild (z.B. Seiten 27, 32 und 54), ein graffitierter Triebwagen (S. 9) - hier hätte sich der Rezensent eine sorgfältigere Auswahl gewünscht. Unverständlich ist auch, warum beispielsweise in Maria Veen, dem einzigen verbliebenen Kreuzungsbahnhof zwischen Coesfeld und Dorsten, keine Zugkreuzung dokumentiert ist, sondern das Foto nur einen einzelnen Zug im Bahnhof zeigt.
Fazit: Für Eisenbahnfreunde aus der Region, die einen ersten Überblick über die Strecke bekommen möchten, ist das Buch, auch aufgrund des günstigen Preises, geeignet. (ms)

 

 

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