Stadt Münster: Machbarkeitsstudie "Haltepunkt Preußenstadion/Berg Fidel" vorgestellt

Hinsichtlich der Realisierung eines politisch gewünschten Haltepunktes im Bereich „Geist/Preußenstadion" hat die Stadtverwaltung Münster im Rahmen einer Machbarkeitsstudie vier mögliche Standorte untersucht und das Ergebnis Ende Februar im Verkehrsausschuss vorgestellt:

* Standort 1: Geistviertel/Düesbergweg: Der Standort liegt im Bereich der Strecken Münster - Coesfeld (KBS 408) und Münster - Wanne (KBS 425). Grundsätzlich sind hier zwei Möglichkeiten für die Anlage eines Haltepunktes vorhanden. Zum einen ist ein Haltepunkt zwischen den Streckengleisen der Strecke Münster - Wanne und zum anderen nördlich der Strecke Münster - Coesfeld im Bereich der Böschung zum Düesbergweg denkbar. Aufgrund des vorhandenen Spurplans ohne Streckenwechselmöglichkeit kann nur eine der beiden Strecken angebunden werden.
Variante 1: Mittelbahnsteig an der Strecke Münster - Wanne (KBS 425): Gemäß Machbarkeitsstudie ist die Anordnung eines Mittelbahnsteiges an der zweigleisigen Strecke Münster - Wanne mit einer Gleisverschwenkung des Richtungsgleises nach Münster um ca. 6,5 m und einem Rückbau des südlichen 4. Gleises (nicht in Betrieb) einschließlich Oberleitung möglich. Der Mittelbahnsteig könnte über eine Rampe/Treppe direkt an eine Fußgängerbrücke zwischen Düesbergweg/Werlandstraße und Am Berg Fidel unter Ausnutzung des vorhandenen Geländeverlaufs (Höhenunterschied ca.4 m) an das Geistviertel/Clemenshospital im Norden und Berg Fidel/Preußenstadion im Süden angebunden werden. Eine Mobilstation ist auf der vorhandenen Grünfläche zwischen den Gleisanlagen und dem Düesbergweg (Ausbau erforderlich) nördlich der Gleisanlagen möglich. Dieser Standort bietet eine sehr gute fußläufige Erreichbarkeit des Wohngebietes Geist und des Clemenshospitals sowie eine gute Erreichbarkeit des Wohngebietes Berg Fidel und des Preußenstadions. In Richtung Preußenstadion/Berg Fidel ist eine Querung der Gleise erforderlich. Eine ÖPNV-Anbindung ist durch die Stadtbuslinie 4 (20-Minuten-Takt) und LOOP vorhanden.
- Variante 2: Seitenbahnsteig an der Strecke Münster - Coesfeld (KBS 408) nördlich der Strecke. Dafür müsste die vorhandene Böschung zum Düesbergweg abgefangen werden. Damit würden allerdings die Flächen für die Errichtung einer Mobilstation stark eingeschränkt. Laut Gutachten ist aufgrund der Eingleisigkeit und damit geringeren Bedienungshäufigkeit ein deutlich geringeres Fahrgastpotenzial im Vergleich zur parallel verlaufenden KBS 425 zu erwarten.
- Variante 3: Zwei Bahnsteige an den Strecken Münster -Coesfeld (KBS 408) und Münster -Wanne (KBS 425) mit entprechender Umsteigemöglichkeit. Eine weitere Möglichkeit wäre die Anlage eines kombinierten Haltepunktes zur Verknüpfung der beiden Strecken Münster - Coesfeld und Münster - Wanne. Hier könnten zwei Bahnsteige mit entsprechender Umsteigemöglichkeit geschaffen werden. Eine Fahrbeziehung wäre allerdings nur aus Richtung Coesfeld in Richtung Recklinghausen und umgekehrt möglich, da keine Weichenverbindung vorhanden ist und ein Streckenwechsel frühestens in Mecklenbeck stattfinden könnte. Laut Gutachten ist bei dieser Variante nur ein geringes Fahrgastpotenzial zu erwarten.
Geschätzte Kosten: 65 Mio. Euro.

* Standort 2: Berg Fidel/Preußenstadion: Außenbahnsteig an der Strecke Münster - Lünen - Dortmund (KBS 411) auf der Stadionseite. Die Realisierung eines Haltepunktes an der KBS 411 ist abhängig vom zweigleisigen Ausbau der Strecke. Eine entsprechende Ausbauplanung der DB liegt bislang nicht vor. Laut Gutachten ist aber schon jetzt die Einrichtung eines Außenbahnsteiges an der eingleisigen Strecke Münster - Lünen auf der Stadionseite möglich. Nach Umsetzung der Zweigleisigkeit könnte ein zweiter Bahnsteig nordwestlich der Gleise realisiert werden.Die Zuwegung vom Preußenstadion zum Bahnsteig könnte über eine Rampe/Treppe von der Straße „Am Berg Fidel" erfolgen. Ein weiterer Treppenzugang für Besucher des Stadions ließe sich in der nördlichen Hälfte des Bahnsteigs anlegen. Auch hier könnte eine zusätzliche Verbindung zu den Wohngebieten im Geistviertel und zum Clemenshospitals (Fußgängerbrücke wie in Standort 1, Variante 1) geschaffen werden. Eine Mobilstation könnte im Bereich der vorhandenen Parkplätze am Stadion verwirklicht werden.Dieser Standort bietet eine sehr gute Erreichbarkeit des Wohngebietes Berg Fidel und des Preußenstadions. Zum Clemenshospital und Wohngebiet Geist ist die Entfernung jedoch größer als beim Standort 1 und dafür ist die Gleisanlage zu queren. Eine ÖPNV-Anbindung des Haltepunktes wäre mit der Linie 5 (20-Minuten-Takt) gegeben.
Geschätzte Kosten: 19 Mio. Euro.

* Standort 3: Siemensstraße, östlich Hammer Straße: Zwei Außenbahnsteige an der Strecke Münster - Hamm (KBS 410) auf vorhandenem Bahndamm. Aufgrund der Trassierung und der Lage der zweigleisigen Strecke auf einem Bahndamm ist ein Haltepunkt im Bereich der KBS 410 technisch nur sehr aufwändig zu realisieren. Möglich wäre die Anlage zweier Außenbahnsteige. Die Erschließung der Bahnsteige müsste einseitig von der Siemensstraße über eine kombinierte Treppen-/Rampenanlage, auf der Ostseite aus Platzmangel ggf. über die Anlage eines Aufzuges, erfolgen, um den Höhenunterschied von ca. 5 m zwischen Straße und Bahnsteigoberkante zu überwinden. Die Abfangung der Bahnsteige und Zuwegungen im Bereich des Bahndammes sind aufwändig, zusätzlich sind ggf. Lärmschutzmaßnahmen durchzuführen. Aufgrund fehlender Flächen und der vorhandenen Topografie (Höhendifferenz zur vorhandenen Bebauung im Westen ca. 3 m, Sportanlage im Osten ca. 12 m) ist an diesem Standort keine Mobilstation möglich. Für den Fußweg zum Preußenstadion/Berg Fidel sowie zum weiter entfernten Clemenshospital/Wohngebiet Geist ist eine Querung der Hammer Straße erforderlich. Dieser Standort bietet hingegen einen kurzen Fußweg zum angrenzenden expandierenden Gewerbegebiet.
Geschätzte Kosten: 19 Mio. Euro.

* Standort 4: Gleisdreieck Robert-Bosch-Straße, östlich Hammer Straße: Verknüpfung der vorhandenen Strecken. Im Bereich der Zusammenführung/Kreuzung der vier Strecken Münster - Coesfeld (KBS 408), Münster - Wanne (KBS 425), Münster - Hamm (KBS 410) und Münster - Lünen (KBS 411), östlich der Hammer Straße bietet sich die Möglichkeit, einen Bahnhaltepunkt zu schaffen, der alle Strecken miteinander verknüpft und einen Umstieg zwischen den Strecken ermöglicht. Dazu wären dann in einem Bahnhof Bahnsteige an allen Gleisen einzurichten und über Treppen und Gehweg miteinander zu verknüpfen. Flächen für eine Mobilstation wären ggf. auf den Flächen des Tennisvereins an der Robert-Bosch-Straße (Aufgabe der Tennisplätze im Bereich der Robert-Bosch-Straße erforderlich) oder auf der Freifläche zwischen den Gleisanlagen (Eigentümer Stadt Münster), eventuell mit direkter Anbindung an die B 51möglich.
- Teilstandort 1: KBS 425/411: Zwei Bahnsteige an dem dreigleisigen Abschnitt Münster - Wanne bzw. Münster - Lünen - Dortmund auf Geländehöhe (Ebene 0). Für diese beiden Strecken, die im Untersuchungsbereich zusammen drei Gleise nutzen, sieht das Gutachten zwei Bahnsteige vor. Am gemeinsam genutzten nördlichen Gleis aus Richtung Münster Hauptbahnhof könnte ein Außenbahnsteig errichtet werden. Dieser wird aus Richtung Robert-Bosch-Straße durch eine Unterführung mit Treppe und Aufzug zum Bahnsteig erschlossen (Ebene -1). Aus Richtung der Strecken Münster - Hamm und Münster - Coesfeld könnte ein weiterer, ebenerdiger Zugang zum Bahnsteig (Ebene 0) geschaffen werden. Für die beiden Strecken in Richtung Münster Hbf wird die Anlage eines Mittelbahnsteiges vorgesehen. Dafür muss das südliche der drei Gleise (aus Richtung Lünen) auf einer Länge von ca. 500 m nach außen verschwenkt werden. Dies erfordert die Aufgabe der vorhandenen Tennisanlage des ESV Münster. Die Erschließung könnte von der Robert-Bosch-Straße durch eine Unterführung (Ebene -1) mit Treppe und Aufzug zum Bahnsteig erfolgen. Zusätzlich wäre eine direkte Anbindung an die Brücke der Hammer Straße über eine Rampe möglich.
- Teilstandort 2: KBS 410: Zwei Außenbahnsteige in Dammlage an der Strecke Münster - Hamm (Ebene +1). Die Bahnsteige an der Strecke Münster - Hamm, die auf einem Damm in Hochlage verläuft, können nur als Außenbahnsteige konzipiert werden. Für die Anbindung der Bahnsteige untereinander und an den Bahnsteig der Strecke von/nach Coesfeld, der Zuwegung zur Robert-Bosch-Straße sowie der Zuwegung zur Hammer Straße (Rampe und Brücke) wäre eine Unterführung möglich (Ebene 0). Die Erschließung der beiden Bahnsteige könnte über Treppen und Aufzüge/Rampen erfolgen.
- Teilstandort 3: KBS 408: Außenbahnsteig östlich des Gleises (Ebene 0). Die Strecke Münster - Coesfeld könnte einen Außenbahnsteig östlich des Gleises erhalten. Die Erschließung des Bahnsteigs wäre über die Brücke/Rampe von der Hammer Straße sowie über die Zuwegung unter der Strecke von/nach Hamm aus Richtung Robert-Bosch-Straße möglich.
Insgesamt bietet der Standort 4 kurze Fußwege zum angrenzenden Gewerbegebiet. Der Standort liegt von allen untersuchten Standorten am weitesten von den Wohngebieten Berg Fidel und Geist sowie vom Preußenstadion und Clemenshospital entfernt. Um diese zu erreichen ist eine Querung der Hammer Straße erforderlich. Eine ÖPNV-Anbindung ist mit der Linie 17 (20-Minuten-Takt) sowie LOOP vorhanden.
Geschätzte Kosten: 35 Mio. Euro.

Um zu entscheiden, an welchem Standort und an welcher der vorhandenen Strecken ein Haltepunkt am verkehrlich sinnvollsten ist, soll nun eine Potenzialanalyse die Grundlage für eine dann noch durchzuführende Kosten-Nutzen-Analyseliefern und an ein externes Büro vergeben werden.

 

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