Münster - Enschede: Elektrifizierung soll untersucht werden; Planungen für den zweigleisigen Ausbau Altenberge - Nordwalde beginnen

Eine mögliche Elektrifizierung der Strecke Münster - Gronau - Enschede wird derzeit bei der DB Netz AG, dem Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM), den niederländischen Partnern und der Euregio diskutiert. Der Grund dafür liegt im hohen Reisendenaufkommen auf dieser Linie in Spitzenzeiten: Immerhin zählt die RB 64 mit über 8000 Fahrgästen je Werktag neben den Linien Münster - Rheine, Münster- Essen und Münster - Hamm zu den meistgenutzten Verbindungen im Münsterland. Da die Nachfrage auf der RB 64 schon heute das Angebot übersteigt und in den kommenden Jahren mit einer weiteren Fahrgaststeigerung zu rechnen ist, sind Aufgabenträger und Netzbetreiber gefragt, wie man auch in den kommenden Jahren ein attraktives Angebot für die Fahrgäste sicherstellen kann.
Derzeit setzt DB Regio NRW auf der Strecke Dieseltriebwagen teilweise schon in Dreifachtraktion ein. Knapp 400 Sitzplätze bietet eine solche Dreifachtraktion. Ein Aufstocken um ein weiteres Fahrzeug ist u.a. aufgrund der bestehenden Bahnsteiglängen nicht möglich.
Im Falle einer Elektrifizierung könnten lokbespannte Doppelstockwagen zum Einsatz kommen, die wesentlich mehr Fahrgäste aufnehmen könnten.
Aktuell bereitet der ZVM die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie vor. Neben den infrastrukturellen und betrieblichen Rahmenbedingungen soll auch die Möglichkeit einer Weiterführung der Verkehre über Enschede hinaus in Richtung Hengelo - Zwolle/Apeldoorn sowie die Möglichkeiten einer EU-weiten Förderung des Projektes untersucht werden. Dazu werden auch die niederländischen Partner Regio Twente und Provincie Overijssel sowie der Netzbetreiber ProRail von Beginn an einbezogen.
Für die Erstellung der Machbarkeitsstudie hat die Verbandsversammlung des ZVM am 7.10.2013 die Bereitstellung von Mitteln nach § 11 Abs. 1 S. 5 ÖPNVG NRW in Höhe von 145.000 Euro in den Jahren 2013 und 2014 beschlossen.

Im Rahmen der Verbandsversammlung des ZVM am 15.07.2013 in Münster wurde allerdings bekannt, dass für die perspektivische Untersuchung einer Elektrifizierung der Strecke Münster - Enschede sowie einer SPNV-Verbindung Hengelo - Rheine - Münsterland über das EU-Programm INTERREG IV A zur Zeit keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Ggfs. besteht die Möglichkeit, dass Fördermittel durch die Abrechnung abgeschlossener Projekte frei werden. Der ZVM wird diese Planungen mit den im Haushalt 2013 zur Verfügung stehenden Mitteln weiter verfolgen und eine ggfs. später noch mögliche INTERREG IV A-Förderung weiter beobachten.

Unabhängig davon werden auch die Planungen für den zweigleisigen Ausbau des 2,3 Kilometer langen Streckenabschnittes Altenberge - Nordwalde vorangetrieben. Der DB Netz AG sind bereits für die Planungen im Jahr 2013 vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) Fördermittel nach § 12 ÖPNVG in Höhe von 45.000 Euro bereitgestellt worden. Die Verbandsversammlung des ZVM hat am 7.10.2013 ihrerseits die Bereitstellung von Mitteln nach § 11 Abs. 1 S. 5 ÖPNVG NRW in Höghe von 175.000 Euro in den Jahren 2013 und 2014 für die Planung bis zur Leistungsphase 2 (Vorplanung mit Kostenschätzung) beschlossen. Für den Ausbau werden Kosten in Höhe von ca. 6,8 Mio. Euro abgeschätzt.
Die DB Netz AG hat parallel bereits die Grundstücksverhältnisse geprüft. Hier befinden sich bereits weite Teile im Eigentum der DB AG. Enden bzw. beginnen soll der zweigleisige Abschnitt in Nordwalde in Höhe der Straße Sandstiege und somit aus Richtung Altenberge gesehen noch vor dem Haltepunkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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