Sanierung und Revitalisierung der Empfangsgebäude in Bad Bentheim, Nordhorn und Neuenhaus

Im Vorgriff auf die Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke Bad Bentheim - Neuenhaus der Bentheimer Eisenbahn AG hat das Unternehmen mit der Sanierung und Revitalisierung der Bahnhofsgebäude in Bad Bentheim, Nordhorn und Neuenhaus begonnen.

Nachfolgend ein aktueller Überblick:

Bad Bentheim:
Das Empfangsgebäude in Bad Bentheim sowie die Nebengebäude, Parkplätze und die Bushaltestellenanlage befinden sich seit dem 31.12.2016 im Besitz der Grafschafter Parkraummanagement GmbH, einer Tochtergesellschaft der Bentheimer Eisenbahn AG (BE). Der entsprechende Kaufvertrag zwischen Stadt und BE wurde am 14.12.2016 abgeschlossen. Die Stadt hatte das Gebäude selbst erst zum 01.01.2015 erworben. Zuvor hatte das Berliner Auktionshaus Karhausen AG am 20.06.2014 das Empfangsgebäude Bad Bentheim versteigert. Das Mindestgebot für den 1865/66 erbauten Rotklinkeraltbau betrug 149.000 Euro, den Zuschlag erhielt örtlichen Presseberichten zufolge ein unbekannter Telefonbieter für 236.000 Euro. Die Stadt Bad Bentheim kam bei der Auktion somit zunächst nicht zum Zuge, konnte aber im Rahmen weiteren Verhandlungen das Gebäude einschließlich des Bahnhofsvorplatzes und des Busbahnhofes doch zum 01.01.2015 erwerben. Eigentümerin der Immobilie war vor der Versteigerung die DB-Tochter DB Services Immobilien.

Die BE und die Stadt Bad Bentheim haben sich in der Folge auf eine Aufwertung des Bahnhofsgebäudes und der Bahnhofsumgebung im Zuge der Stadtsanierung und der Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs nach Neuenhaus verständigt. Begonnen haben die Bauarbeiten im und am Gebäude im Februar 2017. Der rechte Gebäudeteil, in dem sich früher eine Gaststätte befand, wurde ab dem 18.09.2017 abgerissen. In dem komplett sanierten Gebäude befiden sich eine Geschäftsstelle der AOK sowie - ab Spätsommer 2018 - eine Filiale der Reisebüro Berndt GmbH mit personenbedientem Fahrkartenverkauf. Darüber hinaus eröffnet mit Wirkung vom 01.09.2018 ein neues Bahnhofscafé mit Kiosk- und Imbissangebot. Betreiber ist der Nordhorner Unternehmer Stefan Büscher. Der Café umfasst 40 Sitzplätze im Innenbereich sowie 14 Sitzplätze im Außenbereich. Die Öffnungszeiten des Cafés sind mo - sa von 7 Uhr bis 20 Uhr, an Sonntagen wird ebenfalls geöffnet sein, wobei hier die Zeiten noch nicht feststehen. Im 1. Obergeschoss plant Büscher die Einrichtung von fünf Hotelzimmern. 
Das ehemalige Zollgebäude neben dem Empfangsgebäude wurde im Frühjahr 2018 vom Sozialamt der Stadt Bad Bentheim bezogen. Vollständig abgeschlossen sein sollen die Bauarbeiten im und am Empfangsgebäude dann zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018.

Die Anzahl der Bushaltestellen wird auf sechs erhöht. Dafür werden bestehende Haltestellen im Bereich des Burg-Gymnasiums und an der Ecke Rheiner Straße/Bahnhofstraße zum Bahnhof hin verlagert. Schüler des Gymnasiums sollen dann vom Bahnhof aus über eine Brücke zur Schule gelangen.
Der Parkplatz wird auf 85 Plätze vergrößert, hinzu kommen ca. 200 Fahrradstellplätze. Westlich des Empfangsgebäudes entstehen acht Kurzzeitparkplätze.

Bereits mit Wirkung vom 30.11.2016 hat die DB Vertrieb GmbH das DB-Reisezentrum im Bahnhof geschlossen. Seit dem 01.12.2016 wird der personenbediente Fahrkartenverkauf durch das Tochterunternehmen der Bentheimer Eisenbahn AG, die Reisebüro Berndt GmbH weitergeführt. Die Filiale ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet und befindet sich infolge der Umbauarbeiten vorübergehend in einem Container vor dem Bahnhofsgebäude.

Insgesamt investiert die BE in die Sanierung des Bahnhofsgebäudes und des Bahnhofsumfeldes rund 4 Mio. Euro, davon werden rd. 2.5 Mio. Euro bezuschusst.

Die Deutsche Bahn AG hat unterdessen am 23.03.2016 mit einem symbolischen ersten Spatenstich in Anwesenheit von Olaf Lies (Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Andrea Gebbeken (Leiterin DB Station&Service AG Nord), Heinz-Gerd Jürriens (Erster Stadtrat von Bad Bentheim) und Friedrich Kethorn (Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim) mit der Modernisierung der Verkehrsstation begonnen.
Die Modernisierung erfolgte im Rahmen des landesweiten Programms „Niedersachsen ist am Zug! III" (NiaZ3). Mit dem Programm investieren Land, Bahn und Bund bis 2025 rund 147 Millionen Euro in die Modernisierung und den barrierefreien Ausbau von 44 Stationen in Niedersachsen.

Konkret wurden in Bad Bentheim folgende Arbeiten ausgeführt:
* Erneuerung des Mittelbahnsteigs und Hausbahnsteigs mit 370 bzw. 365 Metern
* Erneuerung der Bahnsteigausstattung (Infovitrinen, Abfallbehälter u.a.)
* Neubau eines Aufzugs am Hausbahnsteig, Gleis 1,
* Erneuerung des bestehenden Aufzugs am Mittelbahnsteig Gleis 2/3.
Die Deutsche Bahn, der Bund und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) investierten gemeinsam rund 4,6 Millionen Euro in den Umbau.

Nordhorn:
In Nordhorn verzögert sich der Beginn der Umbauarbeiten zur Revitalisierung des ehemaligen Empfangsgebäudes bis in den Herbst 2018. Die Planungen sollen bis März 2018 abgeschlossen sein, so dass der Bauantrag im April 2018 eingereicht werden kann. Die Stadt Nordhorn erwartet für den Herbst 2018 die Bewilligung von Fördergeldern in Höhe von 600.000 Euro. Insgesamt sollen in den Bahnhofsbereich 6,6 Mio. Euro investiert werden; davon entfallen rund vier Mio. Euro auf die Sanierung des Bahnhofsgebäudes. Geplant ist, das Gebäude straßenseitig durch eine Glasfront zu erweitern, so dass sich die Grundfläche von zuvor 760 qm auf dann 773 qm vergrößert. Die im Gebäude ansässigen Mietparteien müssen während der Sanierung aus dem Gebäude ausziehen; entsprechende Einigungen konnten erzielt werden. Das griechische Restaurant "Akropolis" hat Anfang 2018 geschlossen und wird nicht wieder in den sanierten Bahnhof einziehen. Die DEVK-Agentur wird während der Umbauarbeiten vorübergehend andere Geschäftsräume beziehen.
Aufgrund der Komplexität ist die Fertigstellung des Bahnhofsgebäudes erst zwischen Ende 2019 und Mitte 2020 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Verkehrsstation ist davon unberührt.
In das sanierte Empfangsgebäude ziehen die zentrale Leitstelle/Fahrdienstleitung, die BE-Tochtergesellschaft "BE Netz GmbH" (im Obergeschoss), die DEVK-Agentur sowie - auf einer Fläche von 280 qm - eine Bäckereifiliale mit angeschlossenem Café mit 80 Sitzplätzen sowie ein Kiosk ein. Die Niederlassung der Reisebüro Berndt GmbH wird den personenbedienten Fahrkartenverkauf gewährleisten. Zudem stehen den Fahrgästen in der Wartehalle zwei Fahrkartenautomaten zur Verfügung.

Neuenhaus:
Hier haben die Bauarbeiten im Umfeld des Bahnhofs Mitte Januar 2018 mit dem Abriss des ehemaligen Güterschuppens begonnen. Es folgt der Beginn der Revitalisierung des ehemaligen Empfangsgebäudes, dessen Fertigstellung und Inbetriebnahme im 3. Quartal 2018 vorgesehen ist. In das Gebäude einziehen wird eine Filiale der Bäckerei Arends aus Veldhausen mit Café (ca. 65 Plätze im Innen- sowie weitere ca. 70 Plätze im Außenbereich). Eine Niederlassung der Reisebüro Berndt GmbH wird den personenbedienten Fahrkartenverkauf gewährleisten. Zudem steht den Fahrgästen in der Wartehalle ein Fahrkartenautomat zur Verfügung.
Insgesamt wird in die Revitalisierung des Gebäudes und des Bahnhofsumfeldes rund 2,5 Mio. Euro investiert. Davon entfallen rund 900.000 Euro auf die Gebäudesanierung und rd. 1,6 Mio. Euro auf das Bahnhofsumfeld. An den Sanierungskosten beteiligen sich neben der Bentheimer Eisenbahn das Land Niedersachsen, die Stadt Neuenhaus und der Landkreis Grafschaft Bentheim (mit insgesamt 2,5 Mio. Euro).

 

 

 

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