Haltepunkt Warendorf Einen-Müssingen in Betrieb genommen

Am 11.12.2016 wurde der Haltepunkt Warendorf Einen-Müssingen in Betrieb genommen. Die neue Verkehrssttion ersetzt den bislang als Bedarfshalt genutzten Haltepunkt Raestrup-Everswinkel, dessen Bedienung mit Ablauf des 10.12.2016 eingesellt wurde. Im Zuge des Neubaus des Haltepunktes Warendorf Einen-Müssingen wurden zudem parallele Bauprojekte realisiert: Die Stadt Warendorf baute eine Park-+Ride-Anlage mit 20 Stellplätzen (davon ein Behindertenstellplatz) sowie 30 Fahrradstellplätzen für die Reisenden und die DB Netz AG eine neue Bahnübergangssicherungsanlage (BÜSTRA) zur Erschließung des neuen Haltepunktes. Kostenträger dieser Maßnahme ist u.a. auch die Stadt Warendorf als Kreuzungsbeteiligte nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz. Die BÜSTRA regelt die technische Sicherung dieses Bahnübergangs sowie die Einbindung des Ersatzweges für zwei weitere Bahnübergänge, die geschlossen werden, und den Verkehr auf der benachbarten Straßenkreuzung. Der neue barrierefreie Bahnsteig ist 160 Meter lang und 2,75 Meter breit.
Der Neubau des Haltepunktes Warendorf Einen-Müssingen ist ein Projekt der SPNV-Rahmenvereinbarung (und somit ein Projekt im besonderen Landesinteresse) zur Qualitätssteigerung der verkehrlichen Infrastruktur, die 2010 zwischen dem Land NRW und der Deutschen Bahn geschlossen wurde.
Die Investitionskosten für den Bau der Station lagen bei rund 649.000 Euro. Finanziert wurde die Maßnahme aus Landesmitteln sowie durch Eigenmittel der Deutschen Bahn (DB). Die Kosten für den Bau der P+R-Anlage durch die Stadt lagen bei ca. 500.000 Euro. Prognostiziert wird für die neue Verkehrsstation ein Fahrgastpotenzial von ca. 400 Ein-und Aussteigern pro Tag.

Neben der neuen BÜSTRA-Anlage direkt am Haltepunkt in km 19,196 werden zwei (BÜ in km 18,668 westlich des Haltepunktes und BÜ in km 19,584 östlich des Haltepunktes) von sieben Bahnübergängen zwischen Telgte und der Bauerschaft Allendorf geschlossen.
Im Rahmen der Auflassung des Haltepunktes Raestrup-Everswinkel wird die dortige Kreuzung - seit Jahren ein Unfallschwerpunkt - künftig mit einer Ampelanlage gesichert. Dazu muss die Verkehrsstation zurückgebaut und das Streckengleis im Bereich des (dann ehemaligen) Haltepunktes verlegt werden.

Von den Anliegern des ehemaligen Haltepunktes Raestrup-Everwinkel wurde gebeten, die Siedlung um den Haltepunkt auch nach Auflassung weiter durch den ÖPNV zu bedienen. Nach Angaben des Zweckverbandes SPNV Münsterland nutzten nach Erhebungen im Jahr 2012 insgesamt 150 Ein- und Aussteiger pro Tag den Haltepunkt Raestrup-Everswinkel. Das entspricht 75 Personen. Bei Erhebungen am 18., 19., 20., 24. und 28.08 2015 wurden werktags täglich durchschnittlich 80 Ein- und Aussteiger, das entspricht 40 Personen, gezählt. Die bevorzugte Fahrrichtung war von und nach Münster.
Bei einer Erhebung am 19.03.2016 (Samstag) wurden 60 Ein- und Aussteiger und am 20.03.2016 (Sonntag) wurden 50 Ein- und Aussteiger gezählt; das entspricht 30 bzw. 25 Personen. Von den Fahrgästen in Raestrup-Everswinkel kamen die Hälfte aus Einen-Müssingen. Die Entfernung zwischen beiden Haltepunkten beträgt rd. 2 km.
Um den Bereich Raestrup nach Schließung des dortigen Haltepunktes über den ÖPNV an den neuen Haltepunkt Warendorf Einen-Müssingen anzubinden wurde seitens des Amtes für Planung und Naturschutz des Kreises Warendorf eine nachfrage- und kundenorientierte Konzeption entwickelt. Eingerichtet wurde im Rahmen der Linie 324 (Everswinkel - Einen) der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) ein Taxibusangebot.
Der Taxibus, der mindestens 30 Minuten vor Abfahrt telefonisch bestellt werden muss, bietet werktags 10 Fahrten zu den Zügen aus Richtung Münster und 9 Fahrten zu den Zügen in Richtung Münster. Am Samstag werden 7 Fahrten und am Sonntag 5 Fahrten pro Richtung angeboten. Für die Fahrten in und aus Richtung Warendorf hat der Taxibus Anschluss an den zu dieser Zeitlage verkehrenden Regionalbus R 11 der Westfalenbus GmbH.
Je nach Inanspruchnahme des Taxibusses sind jährliche Kosten von ca. 18.000 Euro zu erwarten. Die Mittelbereitstellung erfolgt aus der Verlustabdeckung der RVM.
Das Angebot ist zunächst auf ein Jahr befristet. Im Herbst 2017 soll ein Bericht über die Annahme des Angebotes erstellt werden, um neu über den Betrieb der Linie entscheiden zu können.

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