Neues Empfangsgebäude Coesfeld soll im Frühjahr 2022 fertiggestellt sein

Das neue Empfangsgebäude in Coesfeld entsteht: Anfang November 2018 gaben die Stadt Coesfeld, die Bahnentwicklungsgesellschaft NRW mbH (BEG) als derzeitige Eigentümerin des Gebäudes, die Firma H+T Konzeptbau GmbH & Co. KG aus Vreden als Investor sowie das Architekturbüro Evers Architekten Partnerschaft aus Coesfeld bekannt, dass das alte Bestandsgebäude aufgrund des schlechten Bauzustands komplett abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden sollte. Das Konzept ist auf zwei Bauabschnitte ausgelegt: Im ersten Bauabschnitt entsteht an nahezu gleicher Stelle wie das frühere Gebäude ein dreigeschossiger Neubau. Das zusammenhängende Gebäude wird durch Glaselemente in drei Bauteile aufgeteilt. Angeboten wird im 1. Bauabschnitt eine Fläche von ca. 3.400 m².
Neben den Nutzungen durch die Bahn (Reisezentrum, Wartebereiche, Toilettenanlage etc.) sind ein Fahrradparkhaus, Bäckerei mit Café (Firma Geiping), Arztpraxen (1. Obergeschoss), Büros, Beratung und Wohnnutzung vorgesehen. Eine zuächst geplante Apotheke ließ sich aufgrund der Corona-Pandemie nicht realisieren.

Bestandteil des Konzeptes der Architekten ist bereits eine Erweiterung (2. Bauabschnitt im Bereich der früheren Güterabfertigung), die das Gesamtkonzept städtebaulich abrunden soll. Diese Erweiterung soll nach Angaben der Architekten möglichst bald umgesetzt werden unter der Vorgabe, dass sich der erste Bauabschnitt positiv entwickelt.
Die Stadt Coesfeld möchte den Bahnhofsvorplatz, der auch weiterhin öffentlich genutzt werden soll, über die BEG erwerben. Die Fläche für das Fahrradparkhaus wird die Stadt vom Investor anmieten.

Ende Oktober 2019 begannen die Entkernungs- und Abrissarbeiten des alten Empfangsgebäudes, das DB-Reisezentrum befindet sich seit Mitte Oktober 2019 bis auf Weiteres in einem Verkaufscontainer auf dem Bahnhofsvorplatz. Der erste Spatenstich für das neue Bahnhofsgebäude fand am 10.02.2020 in Anwesenheit der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Ina Scharrenbach, gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Coesfeld, Gerrit Tranel und dem Geschäftsführer der BEG, Henk Brockmeyer, statt.

Die Zukunft des Bahnhofsgebäudes in Coesfeld war über mehrere Monate offen, nachdem sich das Unternehmen ECO.PLAN GmbH & Co. KG (Neuenrade/Coesfeld) im Januar 2018 aus dem Projekt zurückgezogen. ECO.PLAN hatte gemeinsam mit dem Architekten Andreas Bodem im Juni 2015 den Zuschlag des 2014 seitens der BEG als Eigentümerin des Gebäudes und der Stadt Coesfeld eingeleiteten Investorenverfahrens für die Aufwertung und Nachnutzung des Empfangsgebäudes erhalten. Ausgeschrieben worden war seinerzeit ein 4.700 m² großes Grundstück und optional eine weitere Teilfläche zu 1.500 m² im südlichen Bereich. Das Konzept von ECO.PLAN sah ein Bahnhofsareal mit drei Gebäuden vor: Dem freigestellten Bahnhofsgebäude sowie zwei flankierenden Gebäuden, die den Blick nach Westen freigeben sollten auf Züge und Gleisanlagen. Das eigentliche Empfangsgebäude sollte durch Gastronomie, Büros und den personenbedienten Fahrkartenverkauf geprägt werden. Weiterhin war die Einrichtung einer Radstation Bestandteil des Konzeptes.
In einem Gebäudeteil sollte in Kooperation mit dem Coesfelder Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte e.V. (IBP) ein Wohnheim mit 24 Plätzen entstehen, in dem vom IBP betreute Personen mit Sucht- und psychischen Krankheiten leben und in Arbeitsbereichen im Bahnhofsumfeld tätig sein sollten. Dieser Bestandteil des Gesamtkonzeptes soll im Nachhinein nicht mehr wirtschaftlich darstellbar gewesen sein.

Das bisherige Empfangsgebäude in Coesfeld stammte aus dem Jahr 1910, beherbergte zuletzt neben einem Reisezentrum der DB Vertrieb GmbH noch Diensträume der DB Regio AG und der DB Netz AG. Ansonsten stand es weitgehend leer. Das Umfeld ist hingegen weitgehend modernisiert worden. Erst 2013 wurde die kommunale Verkehrsschnittstelle neugestaltet als Ergänzung zu den Modernisierungsmaßnahmen der DB Station & Service AG im Bahnsteigbereich. Bereits zuvor hatte die Stadt mit Hilfe von Fördermitteln in den Busbahnhof sowie in P&R- und B&R-Anlagen investiert.

 

 

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