RE 13: Verlängerung bis Münster (Westf) geplant

Anfang Januar 2022 hat die DB-Tochtergesellschaft Regionalverkehre Start Deutschland GmbH (START) das Ausschreibungsverfahren für die Linie RE 13 (Maas-Wupper-Express, Hamm - Venlo) gewonnen. Das entsprechende Ausschreibungsvefahren wurde vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR), dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sowie den niederländischen Aufgabenträgern initiiert.
Die Linie RE 13 wird derzeit vom Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Eurobahn betrieben. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 wird das EVU START die Linie übernehmen, die bis dahin nach Eindhoven verlängert wird. Die Linie RE 13 ist damit das dritte Verkehrsnetz, welches von START bedient wird und umfasst 2,6 Millionen Zugkilometern im Jahr.

Eigesetzt werden auf der Linie RE 13 ab 2026 20 Neufahrzeuge vom Typ Flirt XL EMU4 des Bahnherstellers Stadler, die von außen und innen mit dem Design von start ausgestattet werden.Bereits ab dem Fahrplanwechsel 2023 - also noch unter der Regie des EVU Eurobahn - planen die Aufgabenträger eine Weiterführung der Linie RE 13 über Hamm hinaus bis Münster (Westf).
Hintergrund: Zwischen der Wupperstrecke und Münster existiert bislang nur eine Verbindung pro Stunde in Form der Linie RE 7 (Krefeld - Köln - Wuppertal - Unna - Hamm - Münster - Rheine). Die verkehrlichen Bedürfnisse erfordern jedoch eine zweite Verbindung pro Stunde, weshalb die Zielnetzplanungen des NWL und des Landes NRW hier eine zweite stündliche RE-Leistung vorsehen. Darüber hinaus ist die Nachfrage im Korridor Hamm - Münster mit (vor Corona) über 12.000 Fahrgästen im Querschnitt an Wochentagen (Mo. - Fr.) eine der stärksten im ganzen NWL. Laut noch gültigem Nahverkehrsplan 2011 sind bei einer solch hohen Nachfrage vier Züge pro Stunde Ziel der Planungen.
Langfristig (Zielnetzplanung 2040) ist vorgesehen, die Linie nach der Elektrifizierung der Strecke Münster - Enschede (auch im Rahmen des Projektes S-Bahn-Münsterland) über Hengelo bis Zwolle zu verlängern.
Das Land NRW stellt den drei SPNV-Aufgabenträgern zweckgebunden für kurzfristige SPNV-Ausweitungen zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung. Die entsprechende Vereinbarung wurde im November 2021 im Rahmen des Gesamtpakets zu Verkehrsvertrag 2.0 unterzeichnet. Seitens des NWL wurde hierzu u.a. die stündliche Verlängerung der RE 13 bis Münster beim Land angemeldet.

Um eine Weiterführung nach Münster zu realisieren sind allerdings Anpassungen an die Infrastruktur insbesondere im Bereich des Bahnhofs Münster Hbf erforderlich in Form zusätzlicher Weichenverbindungen, die das Anfahren weiterer Bahnsteigkanten aus Richtung Hamm ermöglichen. Diese Infrastrukturerweiterungen stehen aktuell noch nicht zur Verfügung.
Erste Prüfungen seitens des EVU Eurobahn sowie der DB Netz AG haben ergeben, dass die geplante Einbindung in den Nullknoten Münster und die dichte Streckenbelegung kurzfristig nur eine eingeschränkte Umsetzung erlauben. So ist eine Bedienung der Zwischenhalte Drensteinfurt und Münster-Hiltrup ohne einen Infrastrukturausbau in Münster Hbf vorerst nicht umsetzbar. Die zwar technisch denkbare Kurzwende innerhalb von maximal 10 Minuten (ohne Fahrzeugmehrbedarf) erscheint aus betrieblichen und qualitativen Gründen bei einer solch langlaufenden Linie ebenfalls nicht zielführend. Erschwerend kommt hinzu, dass der RE 13 drei Mal täglich in Unna bzw. Holzwickede durch die ICE-Sprinterlinie Köln - Berlin überholt wird und sich die Wendezeit in Münster in den betroffenen Stunden entsprechend weiter verringern würde.
Resultierend aus diesen beiden Einschränkungen hat der NWL gemeinsam mit Eurobahn und DB Netz ein Konzept entwickelt, welches eine weitere Verlängerung der Linie bis nach Greven (Münster Zentrum Nord kann nicht bedient werden) vorsieht. Ursächlich hierfür ist, dass in Münster Hbf nicht genügend Bahnsteigkanten und Abstellgleise für eine sog. „überschlagene Wende" (mit zwei Zügen) zur Verfügung stehen. Risiko einer Wende in Greven ist, dass der RE 13 dort das Ausweichgleis belegt und dieses sodann nicht mehr für die vorzeitige Wende stark verspäteter Züge der RE 7 zur Verfügung steht.
Ein solches Konzept erfordert vsl. ein bis zwei zusätzliche Fahrzeuge, über deren Beschaffung aktuell gemeinsam mit der Eurobahn beraten wird. Ebenso ist seitens der Eurobahn der Personalmehrbedarf zu ermitteln. Für den ab Dezember 2026 startenden neuen Verkehrsvertrag mit dem EVU START nimmt der NWL ebenfalls zeitnah Verhandlungen zur Beschaffung der dann notwendigen zusätzlichen Fahrzeuge und Personale auf.

 

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