Strecke Münster - Dortmund wegen Infrastrukturschäden bis Sommer 2019 ohne Fernverkehr

Die Strecke Münster - Lünen - Dortmund wird aufgrund erheblicher Schäden am Bahndamm voraussichtlich noch bis Sommer 2019 ausschließlich im Regionalverkehr befahren. Im Herbst 2018 hatte die Deutsche Bahn an insgesamt drei Abschnitten am Bahndamm zwischen Münster und Lünen Reparaturarbeiten durchgeführt. An zwei dieser Bereiche (Bereich Ascheberg Kilometer 26,8 bis 29,6 und Bereich Werne Kilometer 8,8 bis 12,0) sind jedoch weitere, umfangreichere Reparaturmaßnahmen notwendig. Deshalb müssen die Züge auf diesen Abschnitten weiter mit reduzierter Geschwindigkeit (70 km/h statt 160 km/h) fahren.

Die Deutsche Bahn hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Ursache und Schäden in den betroffenen Abschnitten zu untersuchen. Durch den langen und überdurchschnittlich heißen Sommer ist die Böschung des Dammes stark ausgetrocknet. Das hat zu Setzrissen neben dem Damm geführt. Die Risse hat die Deutsche Bahn mit Betonsuspensionen verschlossen, um das Eindringen von Wasser in den Damm zu verhindern. Bei den Untersuchungen hat der Gutachter zudem festgestellt, dass es in zwei der drei betroffenen Bereiche zu Veränderungen im Erdreich des Dammes gekommen ist. Dies betrifft jene Abschnitte des Dammes, die 1990/91 nach einem Dammrutsch saniert worden waren. Der Boden besteht an diesen Stellen aus tonartigem Mergel, der sich mit den Jahren mit Wasser vollgesaugt hat mit der Folge von Schwellungen und Schrumpfungen.

Gemeinam mit den Gutachtern und Ingenieurbüros hat die DB Netz AG begonnen, technische Varianten zur Behebung des Schadens zu prüfen. Ziel der gemeinsamen Anstrengung ist es, möglichst schnell mit den notwendigen Arbeiten beginnen zu können. Allerdings ist ein aufwendiger Planungs- und Genehmigungsprozess notwendig, der mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Erst dann können verlässliche Aussagen zum Baubeginn und zur Dauer der notwendigen Arbeiten getätigt werden. Deshalb gilt die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zunächst bis zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2019.

Die Standfestigkeit des Dammes insgesamt ist nicht beeinträchtigt. Das haben zahlreiche Bohrungen und Sondierungen entlang des Dammverlaufs gezeigt. Zusätzlich wurde ein feinmaschiges Monitoring-System an den beiden betroffenen Streckenabschnitten installiert, das auch geringfüge Veränderungen im Millimeter-Bereich misst und meldet.

Durch die Umleitungen des Fernverkehrs konnte die Pünktlichkeit der Linie RB 50 deutlich stabilisiert werden. Die Fahrzeit verlängert sich trotz der Geschwindigkeitsreduzierung aufgrund wegfallender Zugkreuzungen mit dem Fernverkehr nur um wenige Minuten. Die Züge Richtung Münster fahren eine Minute früher ab und die Züge ab Münster verkehren eine Minute später.

Im Fernverkehr verkeht die zweistündliche IC-Linie Hamburg - Bremen - Münster - Köln - Mainz - Stuttgart (Linie 30) seit dem 29.10.2018 bis auf Weiteres über Recklinghausen - Essen ohne Halt in Dortmund und Bochum, dafür mit einem Zusatzhalt in Gelsenkirchen Hbf.
Bei der zweistündlichen IC-Linie Hamburg - Bremen - Münster - Köln - Mainz - Nürnberg/Passau (Linie 31) werden in nördlicher Richtung alle Halte angefahren. In südlicher Richtung entfällt der Halt in Hagen. Der Halt in Dortmund bleibt in beiden Richtungen bestehen. Die Züge werden ab/bis Münster über Hamm (ohne Verkehrshalt) umgeleitet.

 

 

 

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