Abschnitt Davensberg - Lünen Hbf wegen Streckensanierung bis zum 12.08.2020 komplett gesperrt

Die Strecke Münster - Lünen - Dortmund ist aufgrund erheblicher Schäden am Bahndamm seit dem 06.01.2020 bis zum 12.08.2020 im Abschnitt Davensberg - Lünen vollständig gesperrt.
Im Herbst 2018 hatte die Deutsche Bahn an insgesamt drei Abschnitten am Bahndamm zwischen Münster und Lünen Reparaturarbeiten durchgeführt. An zwei dieser Bereiche (Bereich Ascheberg Kilometer 26,8 bis 29,6 und Bereich Werne Kilometer 8,8 bis 12,0) sind jedoch umfangreichere Reparaturmaßnahmen notwendig. 

Hinsichtlich einer Sanierung hat die Deutsche Bahn drei technische Bau-Varianten geprüft, wie und in welchem Zeitraum die dauerhafte Sanierung des Eisenbahndammes zwischen Münster und Lünen durchgeführt werden kann. Ziel der Planungen war es, die Planungs- und Bauzeiten möglichst gering zu halten. Die verträglichste Lösung ist der Einbau eines Spundwand-Stützbauwerks in den Dammkörper. Dabei werden auf einer Gesamtlänge von rund fünf Kilometern an zwei Bereichen (Werne und Ascheberg) beidseitig der Gleise Spundwände eingebracht und horizontal miteinander verspannt. Die geschätzten Baukosten liegen derzeit bei über 30 Millionen Euro. In der ersten Septemberwoche 2019 führte die DB Netz AG einen Testlauf für das Bauverfahren durch, um die Erkenntnisse in die Planungen einzuarbeiten. Die DB wollte damit u.a. untersuchen, wieviel Zeit für die Rammungen notwendig sind, um den Zeitplan für die Hauptbauarbeiten minutiös eintakten zu können. Es fanden insgesamt sechs Proberammungen in Ascheberg und Werne statt. Die Standfestigkeit des Bahndammes insgesamt ist nicht beeinträchtigt. Das haben zahlreiche Berechnungen und Baugrunderkundungen entlang des Dammverlaufs gezeigt.

Im November 2018 begannen erste Vorarbeiten für die Sanierung der beschädigten Bereiche, u.a. mit Vegetationsarbeiten. Außerdem wurden Zuwegungen zum Gleis hergestellt. Um die Bauzeit auf ein Minimum von acht Monaten zu reduzieren und die Sperrpause möglichst effizient zu nutzen, erfolgen die Arbeiten parallel in beiden Abschnitten. Im Teilbereich Werne werden die Arbeiten vom Bahnhof Werne in südlicher Richtung nach Lünen über eine Länge von gut drei Kilometern durchgeführt; im Bereich Ascheberg erstreckt sich die Arbeitsrichtung über eine Länge von knapp zwei Kilometern nach Norden Richtung Davensberg. Für den Einbau des Stützbauwerkes sind mehr als 8.500 Stahlwände von je 1,2 Metern Breite und rund 1.500 Ankerstangen notwendig, die die Wände im Abstand von circa 3,6 Metern verbinden. Insgesamt erfordert die Sanierung des Bahndammes rund 70.000 m² Stahlbohlen entlang der Gleisachse. Nach dem Einbau des Stützbauwerks werden die Gleise auf den beiden Streckenabschnitten erneuert.

Bereits im Spätherbst 2018 hatte die Deutsche Bahn ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Ursache und Schäden in den betroffenen Abschnitten zu untersuchen: Durch den langen und überdurchschnittlich heißen Sommer 2018 war die Böschung des Dammes stark ausgetrocknet. Das hatte zu Setzrissen neben dem Damm geführt. Die Risse hat die Deutsche Bahn mit Betonsuspensionen verschlossen, um das Eindringen von Wasser in den Damm zu verhindern. Bei den Untersuchungen hatte der Gutachter zudem festgestellt, dass es in zwei der drei betroffenen Bereiche zu Veränderungen im Erdreich des Dammes gekommen ist. Dies betrifft jene Abschnitte des Dammes, die 1990/91 nach einem Dammrutsch saniert worden waren. Der Boden besteht an diesen Stellen aus tonartigem Mergel, der sich mit den Jahren mit Wasser vollgesaugt hat mit der Folge von Schwellungen und Schrumpfungen.

Während der Vollsperrung hat die Eurobahn einen Schienenersatzverkehr zwischen Davensberg und Lünen Hbf eingerichtet:
Linie A: Lünen Hbf - Werne Stadthaus, Werne Bf,  Capelle Dorf, Capelle Bf, Ascheberg Bahnhofsweg - Davensberg Bf u.z.
Linie B: Werne Bf - Werne Stadthaus - Davensberg Bf u.z.
Linie C: Davensberg Bf - Ascheberg Altenwohnheim - Nordkirchen Rathaus - Selm Bf (hier Anschluss zur RB 51) 
Zwischen Münster (Westf) Hbf und Davensberg und zwischen Lünen Hbf und Dortmund Hbf verkehren die Züge der RB 50.

Im Fernverkehr verkeht die zweistündliche IC-Linie Hamburg - Bremen - Münster - Köln - Mainz - Stuttgart (Linie 30) seit dem 29.10.2018 bis auf Weiteres über Recklinghausen - Essen ohne Halt in Dortmund und Bochum, dafür mit einem Zusatzhalt in Gelsenkirchen Hbf.
Bei der zweistündlichen IC-Linie Hamburg - Bremen - Münster - Köln - Mainz - Nürnberg/Passau (Linie 31) werden in nördlicher Richtung alle Halte angefahren. In südlicher Richtung entfällt der Halt in Hagen. Der Halt in Dortmund bleibt in beiden Richtungen bestehen. Die Züge werden ab/bis Münster über Hamm (ohne Verkehrshalt) umgeleitet.

 

 

 

 

 

 

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