Aufschaltung der Strecken Abzw. Zweckel - Dorsten - Maria-Veen und Dorsten - Borken auf das ESTW Coesfeld /Verzögerungen im Abschnitt Dorsten - Coesfeld

Mittlerweile begonnen haben die Bauarbeiten zur Anbindung der Strecken Borken - Dorsten und Gladbeck-Zweckel - Maria-Veen an das ESTW in Coesfeld. Ziel ist es, beide Strecken so zu ertüchtigen, dass eine bessere Anbindung an das Ruhrgebiet möglich ist. Im Rahmen der Bauarbeiten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 50 Mio. Euro entstehen neue elektronische Stellwerke in Gladbeck-Zweckel, Dorsten, Reken, Rhade und Borken, die künftig vom ESTW Coesfeld (Bedienplatz "Cf3") bedient werden. Von den 45 Bahnübergängen werden 21 neu gebaut und 24 technisch an die neue Stellwerkstechnik angepasst. Die Gesamtkosten aller infrastruktureller und betrieblicher Maßnahmen tragen die Deutsche Bahn, das Land NRW, der Bund sowie die Zweckverbände Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

Die neuen ESTW-Anlagen ersetzen
- auf dem Streckenabschnitt Gladbeck-Zweckel - Dorsten - Coesfeld die bisherigen Betriebsstellen:
* Gladbeck-Zweckel "ZK Abzw"
* Bk Feldhausen
* Bf Dorsten "Drf" und "Drm"
* Bk Wulfen "Wnf" (vsl. Ende 2019)
* Posten 14 Wulfen, ehem Stw "Ws" (vsl. Ende 2019)
* Bk Lembeck "Lf" (vsl. Ende 2019)
* Bf Maria-Veen "Mf (vsl. Ende 2019)
- auf dem Streckenabschnitt Dorsten - Borken die derzeitigen Betriebsstellen:
* Bf Deuten "Df"
* Bf Rhade "Rf" und "St"
* Bf Borken "Bf"

Im Streckenabschnitt Dorsten - Coesfeld wird sich die Aufschaltung auf das ESTW Coesfeld voraussichtlich um ein Jahr auf Ende 2019 verzögern. Grund sind fehlende Baurechtsgenehmigungen u.a. im Zusammenhang mit den notwendigen Bahnübergangsmaßnahmen. Die Stellwerke in Maria Veen, Lembeck und Wulfen sowie der Schrankenposten 14 bleiben daher auch 2019 bestehen. Zwischen dem ESTW in Dorsten und der derzeitigen mechanischen Technik wird übergangsweise eine entsprechende Blockanpassung seitens der Firma Siemens umgesetzt. Als Kreuzungsbahnhof bleibt Maria Veen auch 2019 erhalten, die Fahrplanstruktur wird nicht verändert.
Nach der erfolgten Aufschaltung der Strecke Dorsten - Coesfeld auf das ESTW Coesfeld verbleiben in Lembeck und Wulfen lediglich unbesetzte Haltepunkte. Der Bahnhof Maria-Veen wird in einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt mit Rückbau des derzeitigen Gleises 2. Am heutigen Haltepunkt Reken wird ein Kreuzungsbahnhof mit Mittelbahnsteig in Betrieb genommen. In Klein Reken baut die DB Station & Service AG einen neuen Haltepunkt "Reken-Klein Reken" mit einem 110 Meter langen Außenbahnsteig im Bereich Mühlenweg (gegenüber des ehem. Schrankenpostens 20). Die Inbetriebnahme dieser neuen Verkehrsstation wird ebenfalls erst im Dezember 2019 erfolgen.
Im Streckenabschnitt Dorsten - Borken wird Deuten zum unbesetzten Haltepunkt zurückgebaut; die Bahnhöfe Rhade und Borken bleiben bestehen.

Im Bahnhof Dorsten wird der Bahnverkehr künftig ausschließlich über die Ostseite des heutigen Inselbahnhofs abgewickelt. Hier entsteht eine neue Bahnsteiganlage, zudem wird der Gleisplan den künftigen Gegebenheiten angepasst. Die Gleise auf der Westseite zur Stadt hin werden bis auf ein Stumpfgleis für die Züge aus/in Richtung Coesfeld (RB 45) komplett aufgegeben. Durch den Umbau wird es möglich, die Linie RE 14 (Borken - Dorsten - Essen) mit der Linie RB 45 (Coesfeld - Lembeck - Dorsten) zu verknüpfen. Durch das dann in Dorsten mögliche Flügelzugkonzept kann eine umsteigefreie Fahrbeziehung zwischen dem Ruhrgebiet (hier Essen Hbf) und dem Westmünsterland (hier Coesfeld) entstehen - verbunden mit einer deutlichen Aufwertung der Linie RB 45, bei der es sich derzeit um eine der Linien mit dem geringsten Reisendenaufkommen im Münsterland (< 1000 je Werktag) handelt.
Aufgrund eines Einspruchs des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) muss die DB Netz AG allerdings im Bahnhof Dorsten neben den für die Durchführung des Reisezugverkehrs notwendigen Gleisen ein zusätzliches Gleis für Güter- und Sonderverkehre vorhalten, was zunächst nicht vorgesehen war. Diese Planänderung kommt insbesondere der Hafenbahn Dorsten sowie dem dort ansässigen Eisenbahnverkehrsunternehmen M. Bugdoll Bau und Sicherungsüberwachung e.K. zugute.

Im Rahmen der Bauarbeiten ist voraussichtlich zwischen dem 24.11.2018 und dem 09.12.2018 ist eine mehrtägige Totalsperrung im Raum Dorsten notwendig.

Parallel zum barrierefreien Umbau des Dorstener Bahnhofs arbeitet die Stadt Dorsten in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG an der Aufwertung des Bahnhofsumfeldes und plant die denkmalgerechte Erneuerung des Empfangsgebäudes für ein neues Nutzungskonzept. Die Stadt hat die Maßnahme in das Stadterneuerungsprogramm „Wir machen MITte" eingebettet. Neugestaltung des Umfeldes sowie Umbau und Umnutzung des Gebäudes sind mit einem Investitionsvolumen von über zehn Millionen Euro die größte Einzelmaßnahme in diesem Innenstadtprojekt. Der Umbau wird von der Europäischen Union, dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die städtischen Maßnahmen schließen unmittelbar an die Baumaßnahmen der DB AG an. Der Beginn der baulichen Tätigkeiten ist für das Jahr 2019 angesetzt.
Das Empfangsgebäude wird zum „Bürgerbahnhof" umgebaut und zukünftig von Vereinen, Initiativen und Verbänden für ehrenamtliche, bürgerschaftliche Arbeit genutzt. Im Erdgeschoss entsteht eine Ausbildungsgastronomie der Qualifizierungsgesellschaft Dorstener Arbeit.
Den vorhandenen westlichen Personentunnel wird die Stadt zurückbauen und verfüllen. Zukünftig wird es hier einen ebenerdigen Zugang vom Busbahnhof zu den Gleisen geben. Zwischen dem Empfangsgebäude und dem Busbahnhof entsteht ein Bahnhofsvorplatz. Je nach Baufortschritt werden die baulichen Tätigkeiten der Stadt Dorsten voraussichtlich im Jahr 2022 enden.

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