Aufschaltung der Strecken Abzw. Zweckel - Dorsten - Maria-Veen und Dorsten - Borken auf das ESTW Coesfeld /Verzögerungen im Abschnitt Dorsten - Coesfeld

Mit Wirkung vom 09.12.2018 wurden die Strecken Borken - Dorsten und Dorsten - Gladbeck-Zweckel an das ESTW in Coesfeld aufgeschaltet. Im Rahmen der Bauarbeiten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 50 Mio. Euro entstanden neue elektronische Stellwerke (ESTW-A) in Gladbeck-Zweckel, Dorsten, Reken, Rhade und Borken, die künftig vom ESTW Coesfeld (Bedienplatz "Cf3") bedient werden. Von den 46 Bahnübergängen wurden 22 neu gebaut und 24 technisch an die neue Stellwerkstechnik angepasst. Die Gesamtkosten aller infrastruktureller und betrieblicher Maßnahmen trugen die Deutsche Bahn, das Land NRW, der Bund sowie die Zweckverbände Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

Die neuen ESTW-Anlagen ersetzten
- auf dem Streckenabschnitt Gladbeck-Zweckel - Dorsten die bisherigen Betriebsstellen:
* Gladbeck-Zweckel "ZK Abzw"
* Bk Feldhausen
* Bf Dorsten "Drf" und "Drm"

- auf dem Streckenabschnitt Dorsten - Borken die bisheringen Betriebsstellen:
* Bf Deuten "Df"
* Bf Rhade "Rf" und "St"
* Bf Borken "Bf"
Die Betriebsstellen Deuten und Rhade sind als Schrankenposten weiterhin personell besetzt. Der Bahnhof Deuten wurde zum unbesetzten Haltepunkt zurückgebaut; die Bahnhöfe Rhade und Borken bestehen weiter.

Im Streckenabschnitt Dorsten - Coesfeld wird sich die Aufschaltung auf das ESTW Coesfeld stellenweise auf bis Ende 2021 verzögern. Grund sind fehlende Baurechtsgenehmigungen u.a. im Zusammenhang mit den notwendigen Bahnübergangsmaßnahmen. Die Betriebsstelle Bk Lembeck bleibt daher voraussichtlich bis Ende 2019, Maria-Veen bis Ende 2020 und Wulfen bis Ende 2021 bestehen. Zwischen dem ESTW in Dorsten und der derzeitigen mechanischen Technik wird übergangsweise eine entsprechende Blockanpassung seitens der Firma Siemens umgesetzt. Als Kreuzungsbahnhof bleibt Maria Veen bis Ende 2019 erhalten, die Fahrplanstruktur wird bis dahin nicht verändert.
Nach der erfolgten Aufschaltung der Strecke Dorsten - Coesfeld auf das ESTW Coesfeld verbleiben in Lembeck und Wulfen lediglich unbesetzte Haltepunkte. Der Bahnhof Maria-Veen wird ab Ende 2019 in einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt mit Rückbau des derzeitigen Gleises 2, bleibt aber als personell besetzte Betriebsstelle bis Ende 2020 bestehen. Am Haltepunkt Reken wird im Dezember 2019 ein Kreuzungsbahnhof mit Mittelbahnsteig in Betrieb genommen. In Klein Reken baut die DB Station & Service AG einen neuen Haltepunkt "Reken-Klein Reken" mit einem 110 Meter langen Außenbahnsteig im Bereich Mühlenweg (gegenüber des ehem. Schrankenpostens 20). Die Inbetriebnahme dieser neuen Verkehrsstation ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 vorgesehen.
Zwischen Coesfeld und Dorsten ergeben sich bei den personell besetzten Betriebsstellen folgende Änderungen:
* Bk Wulfen "Wnf" (Entfall vsl. Ende 2021, ab Ende 2019 Schrankenposten)
* Posten 14 Wulfen, ehem. Stw "Ws" (Entfall vsl. Ende 2021)
* Bk Lembeck "Lf" (Entfall vsl. Ende 2019)
* Bf Maria-Veen "Mf" (Entfall vsl. Ende 2020, ab Ende 2019 Schrankenposten)

Im Bahnhof Dorsten wird der Bahnverkehr weitgehend über die Ostseite des heutigen Inselbahnhofs abgewickelt. Hier entstand eine neue Bahnsteiganlage, zudem wurde der Gleisplan den künftigen Gegebenheiten angepasst. Die Gleise auf der Westseite zur Stadt hin wurden bis auf ein Stumpfgleis für die Züge aus/in Richtung Coesfeld (RB 45) komplett aufgegeben. Durch den Umbau ist es möglich, die Linie RE 14 (Borken - Dorsten - Essen) mit der Linie RB 45 (Coesfeld - Lembeck - Dorsten) zu verknüpfen. Durch das jetzt in Dorsten mögliche Flügelzugkonzept kann eine umsteigefreie Fahrbeziehung zwischen dem Ruhrgebiet (hier Essen Hbf) und dem Westmünsterland (hier Coesfeld) entstehen - verbunden mit einer deutlichen Aufwertung der Linie RB 45, bei der es sich derzeit um eine der Linien mit dem geringsten Reisendenaufkommen im Münsterland (< 1000 je Werktag) handelt.
Aufgrund eines Einspruchs des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) musste die DB Netz AG allerdings im Bahnhof Dorsten neben den für die Durchführung des Reisezugverkehrs notwendigen Gleisen ein zusätzliches Gleis für Güter- und Sonderverkehre vorhalten, was zunächst nicht vorgesehen war. Diese Planänderung kommt insbesondere der Hafenbahn Dorsten sowie dem dort ansässigen Eisenbahnverkehrsunternehmen M. Bugdoll Bau und Sicherungsüberwachung e.K. zugute.

Parallel zum barrierefreien Umbau des Dorstener Bahnhofs arbeitet die Stadt Dorsten in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG an der Aufwertung des Bahnhofsumfeldes und plant die denkmalgerechte Erneuerung des Empfangsgebäudes für ein neues Nutzungskonzept. Die Stadt hat die Maßnahme in das Stadterneuerungsprogramm „Wir machen MITte" eingebettet. Neugestaltung des Umfeldes sowie Umbau und Umnutzung des Gebäudes sind mit einem Investitionsvolumen von über zehn Millionen Euro die größte Einzelmaßnahme in diesem Innenstadtprojekt. Der Umbau wird von der Europäischen Union, dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die städtischen Maßnahmen schließen unmittelbar an die Baumaßnahmen der DB AG an. Der Beginn der baulichen Tätigkeiten ist für das Jahr 2019 angesetzt.
Das Empfangsgebäude wird zum „Bürgerbahnhof" umgebaut und zukünftig von Vereinen, Initiativen und Verbänden für ehrenamtliche, bürgerschaftliche Arbeit genutzt. Im Erdgeschoss entsteht eine Ausbildungsgastronomie der Qualifizierungsgesellschaft Dorstener Arbeit.
Den vorhandenen westlichen Personentunnel wird die Stadt zurückbauen und verfüllen. Zukünftig wird es hier einen ebenerdigen Zugang vom Busbahnhof zu den Gleisen geben. Zwischen dem Empfangsgebäude und dem Busbahnhof entsteht ein Bahnhofsvorplatz. Je nach Baufortschritt werden die baulichen Tätigkeiten der Stadt Dorsten voraussichtlich im Jahr 2022 enden.

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