Neues Vergabeverfahren "Niederrhein-Münsterland-Netz" mit Betriebsaufnahme 2025 vorgesehen

Die SPNV-Aufgabenträger Zweckverband Westfalen-Lippe (NWL) und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) haben Anfang Dezember 2016 entschieden, die Betriebsleistungen für das „Emscher-Münsterland Netz" (Linien RE 14 Essen - Dorsten - Borken und RB 45 Dorsten - Coesfeld) für den Zeitraum Dezember 2018 - Dezember 2021 wiederum an den bisherigen Betreiber NordWestBahn GmbH zu übertragen.
Das Fahrplanangebot ab Ende 2018 sieht Verbesserungen, insbesondere an den Wochenenden vor, wie etwa den täglichen Stundentakt auf der Linie RB 45. Ab Dezember 2019 wird die Linie RE 14 im Rahmen des neuen S-Bahn-Taktes montags bis samstags zwischen Essen und Dorsten im 30-Minuten-Takt verkehren und bis Essen-Steele verlängert werden. Somit ergibt sich zwischen Essen-Steele und Gladbeck West ein angenäherter 15-Minuten-Takt durch Überlagerung der Linien RE 14 und S 9. Viele Fahrten insbesondere am Wochenende bieten künftig eine umsteigefreie Verbindung von Coesfeld bis Essen, indem der Zug der RB 45 in Dorsten an den Zug der RE 14 aus Borken über ein sogenanntes Flügelkonzept angekuppelt wird. Die Züge legen ab Dezember 2018 rund 1,1 Mio. Zugkilometer pro Jahr zurück. Ab Dezember 2019 erhöht sich das Leistungsangebot nochmals um weitere 300.000 Zugkilometer pro Jahr auf der Linie RE 14. Zum Einsatz kommen zunächst elf, ab Dezember 2019 15 gebrauchte zwei- und dreiteilige Dieseltriebwagen vom Typ Talent, die teilweise schon heute auf den Linien unterwegs sind.

Ein zunächst eingeleitetes Vergabeverfahren, welches ab Dezember 2021 bis 2032 den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Zügen mit Brennstoffzelle im Emscher-Münsterland-Netz vorsah, wurde seitens des federführenden Aufgabenträgers VRR durch Bekanntgabe im EU-Amtsblatt am 05.05.2018 wieder eingestellt. Statt dessen beabsichtigen VRR und NWL die Einleitung eines neuen Vergabeverfahrens "Niederrhein-Münsterland-Netz" mit einer vorgesehenen Betriebsaufnahme vsl. im Dezember 2025, in das neben den beiden Münsterland-Linien RE 14 und RB 45 (künftig gemeinsame Linie RE 14 [Essen-Steele - Borken/Coesfeld]) auch die niederrheinischen SPNV-Linien RE 10 (Kleve - Düsseldorf), RE 44 (Bottrop - Kamp-Lintfort), RB 31 (Duisburg - Xanten), RB 36 (Oberhausen Hbf - Duisburg-Ruhrort) und eine neue Linie RB 41 (Geldern - Neuss) integriert werden sollen.
Mit Datum vom 14.08.2018 haben die Aufgabenträger im EU-Amtsblatt die Verkehrsleistungen auf der Linie RE 14 (Essen-Steele - Dorsten - Borken/Coesfeld für den Zeitraum vom Fahrplanwechsel im Dezember 2021 bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 mit einem Gesamtleistungsumfang von ca. 1,5 Mio. Zug-km/Jahr ausgeschrieben. Schlusstermin für den Eingang von Angeboten ist der 09.11.2018.

Für das künftige Vergabeverfahren "Niederrhein-Münsterland-Netz" haben die Aufgabenträger VRR und NWL mit Datum vom 09.05.2018 im EU-Amtsblatt die Lieferung von lokal emissionsfreien Elektrotriebzügen einschließlich Instandhaltung und langfristiger Sicherstellung der Verfügbarkeit über voraussichtlich 30 Jahre zum Einsatz im Schienenpersonennahverkehr ausgeschrieben. Nach derzeitiger Schätzung werden voraussichtlich mindestens 50 Triebzüge (zzgl. Instandhaltungsreserve) mit einer Kapazität von ca. 120 Sitzplätzen (Kurztyp) bzw. ca. 160 Sitzplätzen (Langtyp) je Triebzug benötigt. Die Fahrzeuge sollen voraussichtlich 12/2024 und 12/2025 den Betrieb aufnehmen. Die Einstiegshöhe muss optimiert auf Bahnsteige mit einer Höhe von 76 cm über Schienenoberkante ausgeführt sein. Die Fahrzeuge werden einem oder mehreren Eisenbahnverkehrsunternehmen zum Betrieb beigestellt. Der Hersteller hat die Verfügbarkeit der Energieinfrastruktur (z. B. Ladeeinrichtungen, Tankstellen) sicherzustellen. Bei Triebzügen mit Brennstoffzellentechnologie muss der Hersteller die Versorgung der Triebzüge mit Wasserstoff zu den vereinbarten Preisen sicherstellen.
Schlusstermin für den Eingang von Angeboten oder Teilnehmeranträgen war der 11.06.2018.

 

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