Bahnhof Haltern am See: Modernisierung der Verkehrsstation verzögert sich

Der Bahnhof Haltern am See ist einer von insgesamt 16 Zukunftsbahnhöfen in Deutschland. Die DB möchte besser verstehen, was den Fahrgästen oder Bahnhofsbesuchern besonders gefällt und ihnen so die Zeit am Bahnhof angenehmer machen. Daher testet die DB an den Zukunftsbahnhöfen neue Konzepte, Angebote und Services, um die Bahnhöfe attraktiver zu gestalten.
Im Halterner Bahnhofsgebäude ist seit dem 08.12.2019 die renovierte Empfangshalle wieder für Reisende zugänglich. Neu dabei: Ein Wandmotiv, gefertigt vom Krefelder Künstlerkollektiv tubuku, verleiht der Halle einen lokalen Charakter: Über die Motive wird der "See in die Halle geholt" und außerdem auch die bedeutende Rolle Halterns zur Römerzeit aufgegriffen.

Eine weitere Neuheit wird der beheizte Warteraum im ehemaligen Reisezentrum: Hier können sich Reisende ab Weihnachten aufwärmen, das Handy oder den Laptop an Ladestationen aufladen und bleiben über Info-Monitore über die Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen informiert. In Zusammenarbeit mit der Halterner Agentur Sektor Marketing werden außerdem in einem zweiten Schritt noch Inhalte hinzukommen, die die wartenden Reisenden über den aktuellen Stand der Baustelle rund um die Verkehrsstation auf dem Laufenden halten. Ebenfalls seit dem 08.12.2019 gibt es für Schülerinnen und Schüler ein besonderes Angebot: Der Bäckerei Kamps im Bahnhof bietet ein wöchentlich wechselndes "Schüler-Angebot" an - ein Mix aus Speisen und Getränken, speziell für Schülerinnen und Schüler, zu einem fairen Preis.

2020 wird die DB die Qualität am Bahnhof weiter verbessern. Dafür wird, gemeinsam mit der Stadt, modernes Sitzmobiliar installiert und der Bahnhofsvorplatz erhält eine Begrünung. Ergänzend zu den Angeboten der Radstation wird es am Empfangsgebäude auch eine Lademöglichkeit für E-Bikes geben. Wer sein Rad spontan reparieren muss, kann sich an einer Fahrradreparatursäule bedienen und kleinere Pannen eigenständig beheben.

Im Rahmen der Modernisierungsarbeiten an der Verkehrsstation wurde der Mittelbahnsteig zu den Gleisen 2/3 mit einer Länge von 180 Metern saniert und freigegeben. Auch die P+R-Anlage ist im ersten Teilbereich baulich bereits fertig - sobald die Personenunterführung eröffnet werden kann, wird die Fläche für Pkw freigegeben. Bei den Arbeiten an der Personenunterführung kommt es allerdings zu Verzögerungen. Diese waren im Vorfeld nicht absehbar und haben Auswirkungen auf den Bauablauf. So war der Grundwasserpegel der naheliegenden Lippe im Frühjahr 2020 deutlich höher als üblich. Trotz Untersuchungen des Baugrunds war dies in der Vorbereitung der Bahnhofsmodernisierung nicht vorhersehbar. Durch den hohen Wasserstand im Bereich der Personenunterführung konnten die Arbeiten nicht wie geplant umgesetzt werden. Inzwischen hat die DB ein Verfahren umgesetzt, um das Grundwasser in diesem Bereich abzusenken. Dies hat zur Folge, dass in diesem Bereich nur noch nacheinander gearbeitet werden kann und nicht zeitgleich von zwei Seiten. Dadurch kommt es zu folgenden Verschiebungen:
Der Zugang zur neuen Personenunterführung über beide Seiten sowie Fertigstellung der Treppenanlage auf den Mittelbahnsteig ist nun für Dezember 2020 vorgesehen. Es folgt die Inbetriebnahme der Aufzüge im 2. Quartal 2021. Das neue Bahnsteigdach auf dem Mittelbahnsteig wird im 1. Quartal 2021 fertiggestellt

Der 2. Bauabschnitt der neuen P+R-Anlage wird im 2. Quartal 2021 fertig sein, da es zwingend notwendig ist, vorher die Gleishilfsbrücken im Bereich der Personenunterführung auszubauen. Dies kann erst Ende November 2020 erfolgen, so dass ab Januar 2021 die Bauarbeiten in diesem Bereich abgeschlossen werden können. Die neue Personenunterführung wird gegen Ende 2020 für die Reisenden freigegeben. Die provisorische Personenüberführung ist ab Dezember 2020 nicht mehr nötig und wird - mit Eröffnung der neuen Unterführung - gesperrt und anschließend abgebaut.

Die Investitionssumme aller Maßnahmen beläuft sich auf insgesamt rund 18 Millionen Euro, getragen vom Bund, Land NRW mit Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Deutschen Bahn. Aktuell wird die Verkehrsstation Haltern am See von täglich 5100 Ein- und Aussteigern genutzt.

Das DB-Reisezentrum im Bahnhof Haltern wurde Anfang Oktober 2019 geschlossen. Als Grund nennt die DB, dass der Vertrieb von Nahverkehrsfahrkarten ab dem Fahrplanwechsel 2019/2020 im Dezember 2019 ausschließlich durch die Transdev Vertrieb GmbH vorgenommen werden darf. Die DB Vertrieb GmbH dürfte danach im Reisezentrum Haltern am See nur noch Fahrkarten für den Fernverkehr verkaufen, was das Vorhalten einer personenbedienten DB-Verkaufsstelle im Bahnhof Haltern wirtschaftlich nicht mehr rechtfertige.
Der Betriebsausschuss im VRR hat bereits 2017 beschlossen, ab Dezember 2019 den Verkauf von Nahverkehrstickets über Automaten und personenbediente Verkaufsstellen an Bahnhöfen durch die Transdev Vertrieb GmbH ausführen zu lassen. Dieser Entscheidung vorangegangen war ein europaweites Ausschreibungsverfahren, welches zum Ziel hatte, einen Vertrieb von Nahverkehrsfahrkarten sicherzustellen und eine nahtlose Regelung an den auslaufenden Vertriebsvertrag mit der DB sicherzustellen.
Der Verkauf von Fernverkehrsfahrkarten im personenbedienten Verkauf wird in Haltern vom Reiseunternehmen Vestischer Reisedienst GmbH & Co. KG in der Annabergstraße (300 Meter vom Bahnhof) als DB-Agentur weitergeführt.

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