Verkehrsvertrag an Bentheimer Eisenbahn AG übergeben

Den Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Niedersachsen, Olaf Lies, konnte die Bentheimer Eisenbahn AG (BE) am 05.09.2017 begrüßen. Zunächst übergab der Minister am Bahnhof Neuenhaus den Zuwendungsbescheid zum Umbau des dortigen Bahnhofsumfeldes und des Bahnhofsgebäudes. Die BE investiert allein hier rund 2.5 Mio. Euro. In dem sanierten Empfangsgebäude befinden sich künftig eine Niederlassung des BE-Tochterunternehmens Reisebüro Berndt GmbH mit Fahrkartenverkauf, ein beheizter Warteraum sowie eine Filiale der Bäckerei & Konditorei Arends GmbH aus Veldhausen. Der dem Empfangsgebäude gegenüberliegende ehemalige Güterschuppen wird im Spätherbst 2017 zugunsten der neuen Bahnsteiganlage abgerissen.
Nach einer anschließenden Fahrt mit dem historischen Salonwagen von Neuenhaus nach Bad Bentheim erfolgte in der Kronenburg der Burg Bentheim die Überreichung des Verkehrsvertrages für die Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Neuenhaus und Bad Bentheim an den Vorstand der Bentheimer Eisenbahn, Joachim Berends.
Der Verkehrsvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und der BE sieht eine Verkehrsleistung von rund 336.000 Zugkilometern pro Jahr ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 vor. Die BE hat für die Wiederaufnahme des SPNV auf der 28 Kilometer langen Strecke beim Fahrzeughersteller Alstom fünf Coradia Lint-Triebwagen im Wert von rund 20 Mio. Euro bestellt.
Die 42 Meter langen Triebwagen verfügen über 118 Sitzplätze und bis zu 136 Stehplätze. Zu Spitzenzeiten sind Einsätze in Doppeltraktion vorgesehen. Die vollklimatisierten Fahrzeuge verfügen u.a. über einen Fahrkartenautomaten, Videoüberwachung im gesamten Zug sowie WLAN und Lademöglichkeiten für mobile Endgeräte. Über 21,5-Zoll-Monitore werden die Fahrgäste in Echtzeit über Streckenverlauf, Fahrzeiten und Anschlüsse informiert.
Gewartet werden die neuen Triebwagen bei der BE im Zentralen Betriebshof in Nordhorn Süd. Die dortige Werkstatt wird mit einem Investitionsvolumen von rund 4 Mio. Euro ausgebaut und durch eine Waschanlage für die Fahrzeuge ergänzt.
Das Fahrplankonzept sieht stündliche Verbindungen in der Zeit von 5.30 Uhr bis 22.30 Uhr vor. Neben den Endpunkten Bad Bentheim und Neuenhaus entstehen Verkehrsstationen in Quendorf, Nordhorn-Blanke, Nordhorn und Neuenhaus Süd.
Die Gesamtkosten für die Reaktivierung der Strecke belaufen sich auf rund 19,6 Mio. Euro. Das Land Niedersachsen übernimmt 75 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, den Rest finanzieren die Bentheimer Eisenbahn und die Kommunen.
Bereits jetzt wird eine Weiterführung des SPNV über Neuenhaus hinaus in Richtung Emlichheim und weiter nach Coevorden und Emmen in den Niederlanden diskutiert. Der Bürgermeister von Nordhorn, Thomas Berling, sprach sich nachdrücklich für eine baldige Realisierung dieses Projektes aus. Auch in den Räten von Emlichheim, Coevorden und Emmen sowie in der Provinz Drenthe stößt das Vorhaben auf positive Resonanz. Einem Gutachten zufolge sind selbst bei vorsichtiger Betrachtung rund 1500 Fahrgäste zwischen Neuenhaus und Emmen zu erwarten.

 

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