Bentheimer Eisenbahn: "Neuenhauser Erklärung" an Verkehrsminister Althusmann übergeben

Eine gemeinsame „Erklärung zur Reaktivierung des grenzüberschreitenden Schienenpersonenverkehrs Rheine - Emmen" haben am 15.06.2018 Vertreter des Landkreises Grafschaft Bentheim, der Samtgemeinden Neuenhaus, Emlichheim und Schüttorf, der Städte Nordhorn und Bad Bentheim sowie der niederländischen Provinz Drenthe und der Gemeinden Coevorden und Emmen im Rathaus von Neuenhaus unterzeichnet und im Anschluss an den Niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann übergeben.
In der Erklärung unter dem Leitwort „ECER 2025 Emmen - Coevorden - Emlichheim - Rheine" treten die Unterzeichner für die Einrichtung einer entsprechenden Bahnverbindung bis 2025 ein, durch die die deutsch-niederländische Grenzregion infrastrukturell noch besser erschlossen und weitere wirtschaftliche und touristische Impulse gesetzt werden sollen. Eine erste Studie des Forschungsinstitutes CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH aus Hannover in Zusammenarbeit mit dem Department of Economic Geography der Universität Groningen hatte bereits potentielle sozialökonomische Effekte eines Ausbaus des rund 40 Kilometer langen Streckenabschnitts von Neuenhaus in Richtung Emmen für den SPNV untersucht und dabei positive Effekte in Bezug auf die regionale Wirtschaft, die Demografie, die Tourismus- und Erholungsbranche und die verbesserte Anbindung der Niedergrafschaft an das überregionale Verkehrsnetz erwartet. Prognostiziert wurde ein Reisendenaufkommen von 1530 Fahrgästen pro Tag im Abschnitt Neuenhaus - Emmen.
Minister Althusmann betonte die Bedeutung dieses SPNV-Projektes für die Grenzregion und versicherte den Initiatoren des Treffens die Unterstützung seitens der Landesregierung in Hannover. Die Initiatoren hoffen, noch im laufenden Jahr eine entsprechende deutsch-niederländische Regierungserklärung umsetzen zu können. Ein Lenkungsstab unter Führung des Landkreises Grafschaft Bentheim und der Provinz Drenthe soll künftig Finanzierungsmöglichkeiten ausloten, für einen regelmäßigen Informationsaustausch sorgen und Marketingstrategien ausarbeiten.
Gemeinsam auftreten wird man im Rahmen des Projektes unter dem Kürzel „ECER 2025". Dieses soll nicht nur für die Anfangsbuchstaben einiger Anliegerkommunen stehen, sondern auch für „European Connection European Regions" (europäische Verbindung europäischer Regionen).
Im Nachgang an die Übergabe der Erklärung nahm Minister Althusmann zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Bentheimer Eisenbahn AG (BE), dem niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers, an einer Veranstaltung unter dem Motto „Halbzeit" am Bahnhof Neuenhaus teil, auf der die BE über den Fortgang der Baumaßnahmen zur Reaktivierung der 28 Kilometer langen Strecke Bad Bentheim - Neuenhaus im SPNV informierte. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit rund 15,5 Mio. Euro am Gesamtinvestitionsvolumen der Reaktivierung in Höhe von 21 Mio. Euro. Dass das Reaktivierungsprojekt ein großer Erfolg wird, davon geht der Verkehrsminister fest aus: „Ich stelle fest, dass in der Grafschaft Bentheim Lust auf SPNV entstanden ist."
BE-Vorstand Joachim Berends betonte, dass die Baumaßnahmen für den SPNV weitgehend im Zeitplan liegen. Aufgrund der sich verzögernden Veröffentlichung des Planfeststellungsbeschlusses  nach Einsprüchen aus dem Bereich des Kurbades in Bad Bentheim wird sich der Inbetriebnahmetermin des Personenverkehrs allerdings von Dezember 2018 auf das Frühjahr 2019 verschieben. Erst nach Veröffentlichung des Planfeststellungsbeschlusses kann die BE mit Neubauarbeiten, wie den Bau der neuen Haltepunkte Neuenhaus Süd, Nordhorn-Blanke und Quendorf beginnen.
Zugleich warb Berends auch an dieser Stelle um eine Verlängerung des SPNV über Neuenhaus hinaus in Richtung Emlichheim und Emmen bis 2025. Mit Blick auf die Sanierung der Bahnhofsgebäude in Neuenhaus, Nordhorn und Bad Bentheim wies der BE-Vorstand darauf hin, dass es der BE gelungen sei, an diesen Stellen Visitenkarten herzustellen, die den Kunden mit Wartehallen, personenbedienten Fahrkartenschaltern und, Gastronomie und Verpflegungsmöglichkeiten echte Aufenthaltsqualität liefern werden. Dies sei etwas Besonderes: „In Städten mit 8 - 10.000 Einwohnern suchen sie beheizte Warteräume im Bahnhof in der Regel vergebens. Bei uns sollen sich die Fahrgäste wohl fühlen", so Berends.
Im Rahmen der „Halbzeit"-Festes konnte Minister Althusmann mit Unterstützung vom BE-Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhold Hilbers auch den Gleislückenschluss am Bahnhof Neuenhaus symbolisch vollziehen.

 

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