Bentheimer Eisenbahn: SPNV-Betriebsaufnahme verzögert sich vsl. auf Frühjahr 2019

Die Bentheimer Eisenbahn AG (BE) hat Ende Juni angekündigt, dass sich die Wiederaufnahme des Reisezugverkehrs auf der Strecke Bad Bentheim - Neuenhaus um mehrere Monate auf voraussichtlich Frühjahr 2019 verschieben wird. Geplanter Termin der Aufnahme des Schienenpersonennahverkehrs in der Grafschaft Bentheim war zunächst der Fahrplanwechsel am 09.12.2018. Grund für die Verzögerung der Betriebsaufnahme ist der nach wie vor nicht veröffentlichte Planfeststellungsbeschluss. Zwei Mitarbeiter der Bentheimer Thermalsole- und Schwefelbad Bentheim GmbH hatten im Rahmen des für Neubauarbeiten im Zuge der SPNV-Reaktivierung notwendigen Planfeststellungsverfahrens bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Einwendungen gegen die durch die BE getätigten Gleisbauarbeiten im Bentheimer Wald erhoben. Die BE hatte dort auf einer Länge von drei Kilometern im Abstand von gut einem Meter an 2425 Stellen Rüttelstopfsäulen zur Unterbauertüchtigung eingebaut. Dazu wurden bis zu 2,50 Meter tiefe Löchter gebohrt. Zur Einbringung der Säulen wurde Kies über ein Förderband durch ein Rohr in den Boden geführt, durch Andrücken der Rüttelstopfmaschine verdichtet und seitlich in den Boden verdrängt. Dadurch entstanden Stopfsäulen, die den Baugrund verstärken und eine höhere Fahrruhe der Personenzüge sicherstellen. Diese Maßnahmen, so befürchten die Mitarbeiter des Kurbades, könnten den Wasserzufluss zu den Schwefelquellen beeinträchtigen. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ihrerseits hat zur Prüfung der Einwendungen auch den Landesbetrieb für Wasser- und Küstenschutz und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in das Genehmigungsverfahren eingeschaltet. Der Landkreis Grafschaft Bentheim sieht die Einwendungen als unbegründet an, weil es für das Umfeld der Thermalquelle keine Heilquellenschutzverordnung gibt.

Durch den nicht vorliegenden Planfeststellungsbeschluss kann die BE mit den Neubauarbeiten derzeit nicht beginnen. Diese Maßnahmen, unter anderem  der Bau der neuen Verkehrsstationen Neuenhaus Süd, Nordhorn-Blanke und Quendorf, des neuen Umfahrungsgleises am BE-Betriebshof Nordhorn Süd und Infrastrukturmaßnahmen in Hestrup, können erst umgesetzt werden, wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliegt. Die Bentheimer Eisenbahn rechnet nun damit, dass der Beschluss nach den Sommerferien veröffentlicht wird und nach Feststellung der Rechtsgültigkeit ab Herbst mit den weiteren Baumaßnahmen begonnen werden kann.

 

 

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