BE: SPNV zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus aufgenommen - Erste Signale für Ausweitung nach Coevorden

Zur offiziellen Eröffnung des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus konnte die Bentheimer Eisenbahn (BE) am 10. Juli Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann, den niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers, den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann und Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) begrüßen. „Egal ob auf dem Land oder in der Stadt: Mobilität ist für die Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen ein Stück Lebensqualität. Wir wollen alle Regionen in den öffentlichen Personennahverkehr mit einbeziehen - vor allem auf dem Land braucht es hierfür eine gute Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn nur so stärken wir den Bahnverkehr in Niedersachsen", betonte Althusmann. Besteller des Angebotes, das einen Fahrplan von jährlich 330.000 Kilometer umfasst, ist die LNVG. Sie hat den Personenverkehr auf der BE-Strecke für 20 Jahre bestellt.
Seit dem 7. Juli wird die 28 Kilometer lange Strecke als RB 56 „Regiopa-Express" im Stundentakt mit fünf Triebwagen vom Typ Coradia LINT 41 bedient. Nordhorn ist damit - als letzte deutsche Kreisstadt mit über 50.000 Einwohnern - wieder an den SPNV angeschlossen. Für die Bentheimer Eisenbahn ist das Reaktivierungsprojekt das größte Vorhaben in der Unternehmensgeschichte.
Bereits jetzt sind die Planungen für eine Verlängerung der Strecke über Neuenhaus hinaus in Richtung Norden über Emlichheim ins niederländische Coevorden im Gange. Eine entsprechende standardisierte Bewertung läuft, die Ergebnisse sollen noch im laufenden Jahr vorgestellt werden. Minister Althusmann zeigte sich optimistisch, dass es zu einer Verlängerung der Strecke kommen könnte: „Die Chancen für eine Reaktivierung stehen gut. Langfristig muss es unser Ziel sein, hier einen grenzüberschreitenden Verkehr zu organisieren. Die entsprechenden Prüfaufträge sind erteilt und Gespräche werden derzeit auch mit den niederländischen Partnern geführt. Ich hielte es für ein gutes Signal, wenn wir den SPNV hier ausweiten könnten". Auch Staatssekretär Ferlemann sagte seine Unterstützung für das Projekt zu, sofern der wirtschaftliche Nutzen gegenüber den Kosten überwiegt: „Dann wird der Bund auf Antrag des Landes Niedersachsen das Projekt fördern".
Bereits einen Tag vor der planmäßigen Aufnahme des SPNV hatte die Bevölkerung Gelegenheit, die Züge zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus im Rahmen ein Schnuppertages zu testen. Dazu hatte die BE ein Tagesticket zum Preis von 1 Euro aufgelegt, von dem knapp 5000 Stück verkauft wurden. Entsprechend hervorragend genutzt wurden die Züge an diesem Schnuppertag - und nach Angaben von BE-Vorstand Berends war die Nutzung der Züge auch an den ersten Werktagen nach der Eröffnung trotz der niedersächsischen Schulferien gut. (ms)

 

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