Bentheimer Eisenbahn übergibt Standardisierte Bewertung für SPNV-Erweiterung

Das Ergebnis der Standardisierten Bewertung zur Reaktivierung auf dem Strecke Neuenhaus - Coevorden (NL) im Schienenpersonennahverkehr haben der Vorstand der Bentheimer Eisenbahn AG, Joachim Berends, der Erste Kreisrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Dr. Michael Kiehl und Reinhold Hilbers (MdL) Mitte April an den Niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann übergeben. In dem standardisierten Prüfverfahren hat ein Gutachter im Auftrag der BE den Nutzwert einer Reaktivierung der knapp 30 Kilometer langen Strecke bewertet und im Ergebnis das Kosten-Nutzen-Verhältnis mit einem sehr guten Wert von 1,63 beurteilt. Das Gutachten sieht ein durchschnittliches Fahrgastaufkommen von 1300 bis 1500 Fahrgästen pro Tag vor. Auf der für eine Geschwindigkeit von 100 km/h auszubauenden Strecke sind Verkehrshalte in Neuenhaus-Veldhausen, Hoogstede, Emlichheim, Laarwald, Coevorden-Europaweg und Coevorden NS vorgesehen. Für die SPNV-Erweiterung wird ein Investitionsvolumen von rund 38 Mio. Euro erwartet. Davon werden 13 Mio. Euro von niederländischer Seite finanziert. Diese Mittel sind bereits zugesichert. Auf deutscher Seite würde die die Finanzierung aus Bundes- und Landesmitteln sowie durch die BE erfolgen. Auf dem deutschen Streckenabschnitt wird aktuell bereits die komplette Leit- und Sicherungstechnik modernisiert. Hier werden rund elf Mio. Euro aus Bundesmitteln investiert, die nicht Teil des SPNV-Antragspakets sind.
Im Bereich der Infrastruktur soll ein neuer Bahnhof Frenswegen bei Kilometer 39,7 entstehen, der ausschließlich als Kreuzungsbahnhof für Züge des Güterverkehrs vorgesehen ist und über keine Bahnsteigkanten verfügt. Die Nutzlänge der Gleise liegt bei 750 Metern.
Der Bahnhof Neuenhaus-Veldhausen ist als Kreuzungsbahnhof für Regel-Zugkreuzungen des Güter- und Personenverkehrs konzipiert und verfügt über einen 140 Meter langen Bahnsteig an Gleis 1. Die Gleise 1 und 2 haben jeweils eine Nutzungslänge von 750 Metern. Die übrigen - bereits im status quo vorhandenen Gleise 3 und 4 dienen als Ladegleise.
Der Bahnhof Emlichheim ist als Kreuzungsbahnhof im Personenverkehr sowie als Zugbildungsbahnhof im Schienengüterverkehr vorgesehen. Die Gleise 1 und 2 verfügen über eine Nutzlänge von 700 Metern. Der Mittelbahnsteig liegt zwischen den Gleisen 1 und 2 mit einer Länge von 140 Metern (analog Bahnhof Nordhorn). Der Bahnhof Laarwald behält seinen derzeitigen Gleisplan und erhält - ebenso wie die Haltepunkte Hoogstede (in Kilometer 56,8) und Coevorden-Euregioweg (in Kilometer 75,1) - einen 140 Meter langen Bahnsteig.
Minister Althusmann zeigte sich vom guten Ergebnis des Gutachtens „positiv überrascht" und versprach, das Reaktivierungsprojekt zu unterstützen. Nach dem Ende der Prüfung des Gutachtens durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH und Bewilligung könnte im Sommer 2023 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Aufnahme des SPNV wäre dann für das Jahr 2025 vorgesehen.

 

 

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