Planfeststellungsverfahren zum Gleisausbau im Hafen Spelle-Venhaus eingeleitet

Die Hafen Spelle-Venhaus GmbH hat am 29.08.2018 bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) ein Planfeststellungsverfahren zum Bau eines Abstell- und Rangiergleises und eines Gleislückenschlusses eingeleitet. Im Rahmen der Baumaßnahmen müssen ca. 900 Meter Gleis neu verlegt werden. Für den Bereich des Gleislückenschlusses ist zudem das Setzen einer neuen Spundwand im Dortmund-Ems-Kanal (DEK) auf etwa 71 Metern Länge notwendig, um ein Umfahren der bestehenden Anlagen der Firma Gerhard Herbers GmbH (Baustoffhandel) gewährleisten zu können.
Das künftige Abstell- und Rangiergleis schließt bei ca. km 0,7 mit einer Weiche an das vorhandene Industriestammgleis an und wird in nördlicher Richtung geführt. Ein Bremsprellbock bildet den Abschluss. Hierfür wird der Prellbock des Stammgleises zurückgebaut und als Gleisabschluss für das Abstell- und Rangiergleis wieder eingebaut.
Der Gleislückenschluss (Ringschluss) verbindet das vorhandene Stammgleis. Hierfür wird ein Anschluss zwischen dem Gleisstumpf auf der Höhe der Firma Herbers und dem Parallelgleis direkt an der neuen Umschlagfläche hergestellt. Der Gleislückenschluss im „alten" Parallelhafen wird als Gleisrost aufbauend auf einer Asphalttragschicht ausgeführt. Im Bereich des „neuen" Parallelhafens werden aufgrund der höheren Belastungen aus weiteren Verkehren und Umschlagaktivitäten (Mobilkrane, Reachstacker etc.) analog zu den dort bereits verlegten Gleisanlagen Gleistragplatten vorgesehen.
Um Raum für die westliche Umfahrung der technischen Anlagen auf dem Gelände der Firma Herbers zu gewinnen, ist das Setzen einer neuen Spundwand in diesem Bereich notwendig. Zusätzlich soll parallel zur Gleisanlage eine Straßenverbindung von 6,50 Metern Breite zwischen den beiden Umschlagflächen gebaut werden.
Die Hafen Spelle-Venhaus GmbH begründet die Gleiserweiterungen mit einer prognostizierten Zunahme des Umschlagaufkommens im Hafen bis zum Jahr 2025 auf deutlich über 350.000 Tonnen, u.a. auch durch den Bau einer Umschlaganlage auf dem Gleis im Bereich Bestandshafen durch die Firma H. Bröring GmbH & Co. KG. 2017 wurden im Hafen bahnseitig über 93.000 Tonnen umgeschlagen.
Durch den Gleislückenschluss werden künftig die Löschvorgangszeiten erheblich optimiert und verkürzt. Derzeit kann in den Zeiten der Löschvorgänge an den Bahn-Umschlagstationen kein Schiffsumschlag an der angrenzenden Kaianlage erfolgen. Außerdem kann auf das heute noch notwendige Trennen von Getreide-Ganzzügen verzichtet werden und es wird möglich sein, zukünftig mehrere Ganzzüge gleichzeitig im Hafen abzufertigen.

Als Baubeginn für die Gleiserweiterungen strebt die Hafenbetriebsgesellschaft März 2019 an; die Bauzeit für die Bahnanlagen und die Spundwand wird voraussichtlich zehn Monate betragen.

Unterdessen wurde am 18.09.2018 im Rahmen einer feierlichen Begrüßung der 100. Getreidezug am Standort Hemelter Mühle Dr. Cordesmeyer GmbH & Co. KG abgefertigt. Vor zwei Jahren - im Oktober 2016 - wurde die firmeneigene Getreide-Umschlaganlage in Betrieb genommen. Nach Unternehmensangaben ist die Bahnanbindung für die Rohstoffversorgung der Getreidemühle heute unabdingbar geworden: Seit der Inbetriebnahme sind über 175.000 Tonnen Brotgetreide per Zug angeliefert worden - für die Zukunft erwartet die Mühle noch weiter steigende Mengen.

Übersichtsskizze zum Gleisausbau (Quelle: NLStBV) >>

Info zum Bahnbetrieb im Hafen Spelle-Venhaus >>

 

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