TWE: Aktuelles zum Stand der Streckensanierung und der Entwicklungen im Güter- und Personenverkehr

Seit September 2016 laufen die Arbeiten zur Ertüchtigung des Nordabschnitts der Teutoburger Wald-Eisenbahn. Im Bereich Ibbenbüren - Brochterbeck - Hafen Ibbenbüren-Dörenthe wurden die alten Holz- und Stahlschwellen weitgehend durch fabrikneue Betonschwellen ersetzt. Ausgespart blieben zwei kürzere Streckenabschnitte zwischen Ibbenbüren und Bocketal, wo neben dem Schwellenwechsel auch der Einbau neuer Schienen erforderlich ist. Der Umbau dieser Bereiche musste auf das zweite Quartal 2018 verschoben werden, um Baukapazitäten für den Abschnitt Lengerich - Bad Iburg freizusetzen, der bis zum Beginn der Landesgartenschau im Bad Iburg am 18.04.2018 wieder befahrbar sein muss. Ebenfalls 2018 werden auch die Bahnhöfe Brochterbeck und
Ibbenbüren Ost ertüchtigt.
Im Dezember 2017 erreichten die ersten Schotterzüge die TWE-Strecke und wurden zwischen Ibbenbüren, Brochterbeck und Dörenthe verkippt. Ein bis zwei weitere werden Anfang 2018 folgen, bevor das Gleis Ende März / Anfang April 2018 mit Hilfe einer modernen Stopf- und Richtmaschine in die Planlage gebracht wird. Anschließend wird auch der größte Teil der Bahnübergänge in diesem Bereich mit neuen Fahrbahnen versehen. Die restlichen folgen im Laufe des Jahres 2018. Nach Abschluss der Baumaßnahmen im Bereich Ibbenbüren - Brochterbeck - Hafen Ibbenbüren-Dörenthe werden sich die Arbeiten auf den Streckenabschnitt Brochterbeck - Tecklenburg verlagern, in deren Verlauf auch der Bahndamm westlich von Tecklenburg instandgesetzt wird.

Die Wiederaufnahme des Güterverkehrs zum Hafen Ibbenbüren-Dörenthe wird erst im Sommer 2018 erfolgen, da der Bau einer Kiesverladeanlage in Bodenwerder noch nicht abgeschlossen ist. Ebenfalls noch nicht realisiert wurden der Umbau des Hafens Ibbenbüren-Dörenthe und die Errichtung einer zeitgemäßen Entladeanlage. Entsprechende Baumaßnahmen sind ab 2018 zu erwarten. Geplant ist, dass die ersten Ganzzüge mit Kies im Sommer 2018 den Hafen Ibbenbüren-Dörenthe erreichen werden.

In Vorbereitung auf den geplanten Zugverkehr zur Landesgartenschau 2018 wurden Ende 2017 im unmittelbaren Bereich der Bahnüberführung „Zwischen den Wellen" westlich von Bad Iburg einige Bäume gefällt, um Baufreiheit für die für Mitte Februar 2018 terminierte Erneuerung des Überführungsbauwerks zu schaffen. Nach Abschluss der Maßnahmen wird der Bahnhof Bad Iburg von Lengerich aus wieder erreichbar sein. Die neue Brücke ist lastenmäßig so ausgelegt, dass sie auch von schweren Güterzügen uneingeschränkt befahren werden kann (Streckenklasse D 4).
Schon im Spätherbst 2017 wurde damit begonnen, die Strecke zwischen Lengerich und Bad Iburg soweit instand zusetzten, das sie wieder mit reduzierten Zuglasten befahren werden kann. Erreicht wurde dieses durch den Austausch abgängiger Schwellen im gesamten Bereich. Die eigentliche Ertüchtigung des Oberbaus durch den Austausch aller Holzschwellen gegen Betonschwellen wird erst ab 2020/21 folgen.
Im Frühjahr 2018 steht die Instandsetzung des Bahnhofs Bad Iburg auf dem Programm. Neben der Vegetationskontrolle ist die Herrichtung des Bahnsteigs einschließlich einer Zuwegung ein wichtiges Thema. Wieder befahrbar gemacht wurde das alte Ladegleis, das für das Umsetzen der geplanten Sonderzüge notwendig ist.
Das Fahrtenprogramm mit historischen Zügen wird derzeit abgestimmt und soll kurzfristig veröffentlicht und beworben werden. Als Partner konnten die Eisenbahn-Tradition in Lengerich und die Osnabrücker Dampflokfreunde gewonnen werden, die jeweils an mehreren Wochenenden zwischen Osnabrück Hbf / Lengerich Stadt und Bad Iburg unterwegs sein werden. Aber auch andere Museums- und Touristikbahnen sind mit ihren Zügen in Bad Iburg herzlich willkommen. Mit dem Triebwagen VT 03 der Eisenbahn-Tradition beispielsweise können auch kleine Reisegruppen (Vereine etc.) einen Ausflug nach Bad Iburg unternehmen. Der Oldtimer ist sogar auf dem Streckennetz der
Deutschen Bahn zugelassen und somit recht freizügig einsetzbar. Ab dem Bahnhof Bad Iburg wird es einen Busservice zum LAGA-Gelände geben, so dass niemand weite Wege zu Fuß zurücklegen muss.

Im Jahr 2019 werden sich die Arbeiten zur Streckenertüchtigung auf den Abschnitt Versmold - Bad Iburg verlagern. In diesem Zusammenhang - eventuell bereits im Herbst 2018 - ist die gesperrte Brücke über die Straße „Am Kreuzbrink" in Bad Iburg zur Erneuerung vorgesehen. Dieses ist die Voraussetzung, um die gesamte TWE-Strecke mit leichten Lasten u.a. mit Ausflugszügen - wieder durchgängig befahren zu können. Im Zuge der Streckenertüchtigung Versmold - Bad Iburg soll auch dem brach liegenden Bahnhof Bad Laer neues Leben eingehaucht werden. Wie der Bahnhof Bad Laer und dessen Umfeld zukünftig aussehen werden, das wird gemeinsam mit der Gemeinde Bad Laer erarbeitet.

Die in den vergangenen Jahren unzureichend ausgeführte Vegetationskontrolle hat in vielen Bereichen zu einem unkontrollierten Wachstum von Gräsern und Strauchwerk geführt. Im Bereich der Umbauabschnitte ist der Bewuchs mit eigenen Mitarbeitern zwar soweit zurückgeschnitten worden, dass der Zugverkehr hier wieder aufgenommen werden kann. Doch es sind weitere Maßnahmen erforderlich, die teilweise nur unter Zuhilfenahme von Fachfirmen ausgeführt werden können. Bei der Beseitigung von drei nicht mehr standsicheren Pappeln am Bahnhof Bad Iburg beispielsweise musste zum Jahresende auf einen Autokran und auf Baumkletterer zurückgegriffen werden. Da solche Einsätze mit erheblichen Kosten verbunden sind, kann eine grundlegende Bewuchsreduzierung entlang der Gesamtstrecke nur schrittweise erfolgen. Vorrang hat bei der Vegetationskontrolle die Wiederherstellung der Sichtdreiecke an den Bahnübergängen. Diese müssen auch beim Anbau von Getreide und Mais berücksichtigt werden. Leider wird besonders bei Maisfeldern oft jeder Zentimeter Ackerland genutzt, so dass die Sicht an Bahnübergängen mitunter gleich Null ist.
Die scheinbar nicht genutzte Bahntrasse hat den ein oder anderen Landwirt oder dessen beauftragte Lohnunternehmen dazu verleitet, mit schweren Fahrzeugen beim Wechsel von der einen auf die andere Seite der Bahn den direkten Weg quer über das Gleis zu nehmen. Ein solches Vorgehen hat bei Müschen bereits erhebliche Schäden am Bahndamm verursacht. Der Führer eines mit Personen besetzten Triebwagens hat die dadurch verursachte Verwerfung des Gleises glücklicherweise rechtzeitig erkannt. Bei Dunkelheit wäre vermutlich eine Entgleisung die Folge gewesen. Dieser Fall ist zur Anzeige gebracht worden

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