Sanierung der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE): Update 2020/21

Streckensanierung schreitet voran

Das Jahr 2020 war in Bezug auf die fortschreitende Ertüchtigung der TWE-Strecke ähnlich ereignisreich wie die Jahre zuvor. Dem Ziel, den nördlichen Teil der TWE-Strecke durchgehend für schwere Lasten zu ertüchtigen und damit langfristig zu sichern, ist die Lappwaldbahn Service GmbH (LWS) erneut ein großes Stück näher gekommen. Inzwischen ist der Abschnitt von der Landesgrenze NRW/Niedersachsen bei Bad Laer-Müschen ausgehend bis Bad Iburg weitgehend fertiggestellt, so dass hier voraussichtlich Ende Februar 2020 der Bauzustand aufgehoben werden kann und die Strecke in diesem Bereich wieder nutzbar ist. Durchgehender Verkehr wird aber erst ab Ende 2021/Anfang 2022 möglich sein, wenn auch der Abschnitt Bad Iburg - Lengerich fertiggestellt ist.
Anfang des Jahres 2020 konnte der Neubau der drei Brücken im Bad Iburger Ortsteil Glane zum Abschluss gebracht werden. Dabei wurde auch der Bahndammschaden im Bereich des Glaner Bachs beseitigt.
1.007.594 Euro erhielt die LWS vom Ministerium für Verkehr des Landes NRW aus dem Programm des Landes zur Erhaltung und Verbesserung von Schieneninfrastruktur der öffentlichen nichtbundeseigenen Eisenbahnen für den Güerverkehr. Das Geld wird verwendet für die Erneuerung von Gleisanlagen im Bahnhof Lienen und den Ausbau von vier Bahnübergängen. Im Bahnhof Lienen entsteht eine Ladestelle unter anderem für die Holzlogistik.
Ertüchtigungsmaßnahmen wurden auch am Bahnhof Dörenthe durchgeführt, der zuletzt als Stützpunkt der Raiffeisen-Warengenossenschaft genutzt worden war. Heute ist das Gelände mitsamt der dort befindlichen Gebäude Eigentum der Lappwaldbahn Service GmbH und wird als der örtlicher Dienststützpunkt des Unternehmens genutzt.
Im Bahnhof Dörenthe wurde das seit vielen Jahren nicht mehr genutzte und zuletzt nur noch einseitig angebundene Ladegleis erneuert und wieder zu beiden Seiten an das Streckengleis angebunden. Die dafür erforderlichen Weichen wurden mit Betonschwellen versehen, so dass auch hier langfristig keine größeren Investitionen mehr erforderlich sind. Ferner wurde im Bereich zwischen dem ehemaligen Düngerlager - heute von der Gleisbau GmbH der Lappwaldbahn genutzt - und dem Ladegleis eine neue Asphaltdecke aufgebracht. Das wiederhergestellte Gleis dient nicht nur betrieblichen Zwecken, sondern kann zukünftig auch als öffentliche Ladestelle genutzt werden. Nach Fertigstellung der Anlagen im Bahnhof Dörenthe begann im März 2020 die Ertüchtigung der Gleisanlagen im Hafen Ibbenbüren-Dörenthe (Saerbeck Hafen). Hier wurden in einem ersten Schritt beide Ladegleise einschließlich der Weichen erneuert, wobei auch hier ausschließlich Betonschwellen zum Einbau kamen. Noch nicht erneuert wurde das Gleis an der Laderampe, das aber weiterhin zum Abstellen von Güterwagen genutzt werden kann. Deutlich verlängert wurde der befestigte Ladebereich, der nun bis an den „Kulturspeicher" heranreicht. Abgeschlossen werden konnten die Maßnahmen im August 2020.

Das Aktionsbündnis pro TWE sieht seine Bemühungen um den Erhalt der Strecke keineswegs als abgeschlossen an. Derzeit konzentrieren sich die Bemühungen darauf, Nutzungskonzepte für den Güterverkehr weiter zu entwickeln und die Alternative „Bahn" ins Blickfeld zu rücken. So manches Unternehmen sieht den Bahntransport inzwischen als eine interessante Option für die Zukunft. Eine Grundbedingung ist hierbei Zuverlässigkeit und ein guter Service.

Wieder Schienenpersonennahverkehr im Raum Ibbenbüren - Lengerich?
Nachdem die Stadt Ibbenbüren die Nutzung von Teilen der ertüchtigten Bahnlinie für den Schülerverkehr ins Gespräch gebracht hatte, wird nun der Streckenabschnitt Ibbenbüren - Lengerich dahingehend untersucht, ob eine Reaktivierung für den Schienenpersonenverkehr möglich und sinnvoll ist. Ein entsprechendes Gutachten von Fachleuten soll diese Frage klären. Dabei geht es nicht nur um einen Inselbetrieb Ibbenbüren - Lengerich, sondern auch um die Einbindung in überregionale Verkehrsachsen, wie beispielsweise Ibbenbüren - Lengerich - Münster oder sogar Rheine - Ibbenbüren - Lengerich - Münster. Das Ergebnis dieser Untersuchung soll bis Ende 2021 vorliegen.

Neue Zweikraftlokomotiven vom Typ „EuroDual" für die Lappwaldbahn Cargo GmbH (LWC)
Um die Jahreswende 2020/21 werden zwei fabrikneue Lokomotiven in Weferlingen erwartet und bei der Lappwaldbahn eine neue Ära in der Zugförderung einleiten. Mit einer Dauerleistung von 6.150 kW in elektrischen Teil und 2.800 kW im Dieselbetrieb können sie auch über weiteste Entfernungen sowohl unter Fahrdraht als auch auf nicht elektrifizierten Strecken verkehren und hohe Lasten direkt von Kunde zu Kunde befördern. Abgelöst werden durch diese hochmodernen und umweltfreundlichen Lokomotiven die in die Jahre gekommen ehemaligen DB-Dieselloks der Baureihen 218 und 225, die nun für weniger anstrengende Dienste genutzt werden können.

 

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