09.09.2017: Sonderzugverkehr mit VT 622 auf der WLE (Münster Hbf - Sendenhorst)

Am 9. September 2017 veranstaltete die Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster, dem Kreis Warendorf und dem Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM) einen Aktionstag mit Zugfahrten mit einem modernen Dieseltriebwagen auf der Strecke Münster Hbf - Sendenhorst. Eingesetzt wurde dafür ein Fahrzeug der Baureihe 622 der DB Regio AG. Die fünf öffentlichen Fahrten wurden von der örtlichen Bevölkerung sehr gut angenommen. Insgesamt wurden rund 670 Fahrgäste gezählt. Erfreulich war dabei die hohe Zahl junger Familien mit Kindern und das Interesse jugendlicher Fahrgäste.
Es ist erklärtes Ziel der WLE, des ZVM, des Kreises Warendorf und der Stadt Münster, den Schienenpersonennahverkehr auf der 21 Kilometer langen Strecke wieder aufzunehmen. Die WLE hatte den Reisezugverkehr hier 1975 eingestellt.
Im Dezember 2015 hatte der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) das WLE-Projekt für die Fortschreibung des ÖPNV-Bedarfsplans des Landes NRW angemeldet, bei dem das Projekt mit Investitionen von rund 40 Mio. Euro nach einem landeseinheitlichen Verfahren erneut bewertet wurde. Nach Abschluss der Bewertung im Rahmen der Fortschreibung des ÖPNV-Bedarfsplans entscheidet das Land über die Aufnahme der WLE-Strecke in diesen Plan.
Im Frühjahr 2017 wurden die Planungen bis zur sogenannten Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) abgeschlossen und die Planunterlagen vom NWL an das Land NRW übergeben. Gleichzeitig wurde eine Überarbeitung des Buskonzeptes im Stadtgebiet Münster beauftragt, um den Entwicklungen im Abschnitt Münster - Gremmendorf - Wolbeck gerecht zu werden und eine optimale Abstimmung mit dem Schienennahverkehr zu erzielen.

Nach Aufnahme der Strecke in den ÖPNV-Bedarfsplan und Bereitstellung von Mitteln durch das Land NRW sowie abgeschlossener Planfeststellung kann anschließend die Reaktivierungsphase mit der Sanierung der Strecke, der Einrichtung der Haltepunkte und der Umsetzung des Bahnübergangskonzeptes beginnen. Parallel kann die Erstellung des Fahrplans und die Ausschreibung der Verkehrsleistungen mit der Beschaffung von Fahrzeugen erfolgen. Bei optimalem Verlauf ist eine Aufnahme des fahrplanmäßigen Betriebs ab 2023 vorgesehen.
Vorgesehen sind neben Münster Hbf und Sendenhorst weitere fünf Verkehrsstationen in Münster (Halle Münsterland, Loddenheide, Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck) sowie ein Haltepunkt in Albersloh. Zwischen Münster Hbf und Münster-Wolbeck ist ein 20-Minuten-Takt vorgesehen, zwischen Münster-Wolbeck und Sendenhorst zwei Verbindungen pro Stunde. Geplant sind Streckengeschwindigkeiten von 100 km/h (zwischen Sendenhorst und Wolbeck), 80 km/h (zwischen Wolbeck und Münster-Loddenheide) und 60 km/h (zwischen Münster-Loddenheide und Münster Hbf). 25 Bahnübergänge erhalten eine technische Sicherung, weitere 29 werden aufgehoben und erhalten stattdessen bahnparallele Ersatzwege. Die Fahrzeiten der Züge betragen 29 Minuten auf der Gesamtstrecke sowie 15 Minuten im innerstädtischen Verkehr bis/ab Wolbeck.
Eine Studie von 2010 ergab, dass täglich rund 6000 Reisende die WLE-Strecke nutzen werden (mo-fr). Da die Bevölkerung in Münster bis 2040 um 15,1 % und in Sendenhorst um 6,5 % steigen soll, kann schon heute von einer höheren Reisendenanzahl ausgegangen werden.

Die WLE hat eine neue Internetseite www.zügig-wle.de freigeschaltet, auf der eine Vielzahl von Fakten und Informationen über die vorgesehene Reaktivierung zu finden sind.

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