Verkehrsausschuss im Landtag Nordrhein-Westfalen beschließt Reaktivierung der WLE

Auf Vorschlag des Verkehrsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen hat der Verkehrsausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen am 03.07.2019 die Reaktivierung der Strecke Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) zwischen Münster und Sendenhorst in den ÖPNV-Bedarfsplan und -infrastrukturfinanzierungsplan aufgenommen.
Auf der 21 Kilometer langen Strecke sollen vier Haltepunkte und drei Bahnhöfe neu errichtet werden. Außerdem wird der Bahnhof Münster Hbf mit einem neuen Bahnsteiggleis 20 eingebunden. Mit diesen Maßnahmen werden die südöstlichen Stadtteile von Münster sowie die Stadt Sendenhorst an das Schienenpersonenverkehrsnetz in Nordrhein-Westfalen angebunden. Die Strecke soll im 20-Minuten-Takt zwischen Münster und Münster-Wolbeck und mit zwei Verbindungen pro Stunde zwischen Münster-Wolbeck und Sendenhorst verkehren. Dieses Angebot wird durch das regionale bzw. lokale Busangebot ergänzt. Prognosen zufolge werden im Jahr 2030 insgesamt täglich 10.000 Fahrgäste auf den WLE-Zugverkehr entfallen. Darunter fallen mehr als 2.300 Fahrgäste, die zum ÖPNV wechseln. Dabei handelt es sich überwiegend um Personen, die vom Auto auf die Bahn umsteigen. Die Gesamtkosten für die Reaktivierung der WLE-Strecke betragen 40,4 Millionen Euro.
Der Zweckverband SPNV Münsterland hat auf seiner Sitzung vom 09.07.2019 die Reaktivierung begrüßt. Im nächsten Schritt wird nun die Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH die Planfeststellung beantragen.

Hintergrund: Der ÖPNV-Bedarfsplan umfasst die langfristigen Planungen für den streckenbezogenen Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur. Konkret müssen Reaktivierungsmaßnahmen von den Aufgabenträgern für den ÖPNV-Bedarfsplan gemeldet werden. Die Arbeiten für die Erstellung eines neuen Landesverkehrsmodells und in der Folge eines ÖPNV-Bedarfsplans für Nordrhein-Westfalen laufen. Bis dahin müssen konkrete ÖPNV-Maßnahmen aber nicht warten. Die Aufgabenträger können weiter die Maßnahmen planen, die sie für dringlich erachten, so dass diese - nach Durchlaufen der üblichen Verfahrensschritte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und Regionalratsvotum - in die Stufe 1 des noch gültigen ÖPNV-Bedarfsplansaufgenommen werden können. Dies ist Voraussetzung, um Zugang zur Förderung zu erhalten.

 

« zurück | login | Seite drucken